Van Niekerk verpasst Double 200 m und 400 m

LEICHTATHLETIK ⋅ Auch im Final über 200 m der Männer setzt es an der WM in London eine Überraschung ab. Wayde van Niekerk verpasst das Double, der für die Türkei startende Ramil Guliyev avanciert zum Spielverderber.
Aktualisiert: 
10.08.2017, 23:54
10. August 2017, 23:24

Was wurde in den Tagen von London nicht alles geschrieben über Wayde van Niekerk. Dass er bei der Geburt nur 1,1 Kilogramm wog, seine Mutter, die ebenfalls eine talentierte Sprinterin war, aufgrund der Apartheid in Südafrika ihre Karriere nicht ausleben konnte, und die 75-jährige Annie Botha hauptverantwortlich für den Aufstieg des 25-Jährigen aus Kapstadt in die Weltspitze sei.

Der introvertierte Südafrikaner, der über 100 m, 200 m und 400 m Top-Zeiten läuft, wird zumindest auf der Bahn als Nachfolger des abtretenden Superstars Usain Bolt gehandelt, Die Organisatoren stellten extra den Zeitplan um, damit Van Niekerk als erster Läufer seit Michael Johnson an den Weltmeisterschaften 1995 und den Olympischen Spielen 1996 das Double über 200 m und 400 m schaffen kann. Über 400 m wurde der Weltrekordhalter seiner Favoritenrolle gerecht, über 200 m ging der Plan nicht mehr auf.

Der Aserbaidschaner Ramil Guliyev, der für die Türkei startet, machte im Final über die halbe Bahnrunde dem designierten Superstar einen Strich durch die Rechnung und kürte sich zum Nachfolger von Usain Bolt über die lange Sprintstrecke. In 20,09 hatte der 27-Jährige aus Baku gegenüber Van Niekerk die Nase um zwei Hundertstel vorne und sorgte damit auch im dritten Sprint-Final an dieser WM für eine Überraschung. Über 100 m hatten mit den Amerikanern Justin Gatlin und Tori Bowie ebenfalls zwei Aussenseiter triumphiert.

Nur Sechster wurde Isaac Makwala, der Jahresschnellste aus Botswana. Der 30-Jährige hatte womöglich am Mittwoch zu viel Energie verbraucht, als er innerhalb von gut zwei Stunden sowohl den Vorlauf als auch den Halbfinal zu bestreiten hatte.

Dreispringer Taylor einmal mehr der Beste

Im einzigen Final in einem technischen Wettbewerb setzte sich im Dreisprung der Männer mit dem Amerikaner Christian Taylor der Favorit durch. Der Jahresbeste und einzige 18-m-Springer 2017 entschied das Duell gegen seinen Landsmann Will Claye mit 17,68 m zu 17,63 m knapp für sich. Insgesamt viermal hatte die Führung gewechselt, ehe der dritte WM-Titel für den Olympiasieger von 2012 und 2016, der auch ein guter 400-m-Läufer ist, unter Dach und Fach war.

Claye hatte einmal mehr nur das Nachsehen. Der 26-Jährige aus Arizona hatte zuvor bereits zweimal WM-Bronze und zweimal Olympia-Silber gewonnen. An internationalen Freiluft-Titelkämpfen stand Claye aber noch nie zuoberst auf dem Podest. (sda)


Leserkommentare

Anzeige: