Linda Indergand vom Pech verfolgt

MOUNTAINBIKE ⋅ An den Weltmeisterschaften in Australien waren auch drei Urner im Einsatz. Reto Indergand und Fabio Püntener überzeugten mit den Rängen 10 und 11. Kein Wettkampfglück hatte Linda Indergand, sie stürzte.
11. September 2017, 07:48

Josef Mulle

redaktion@urnerzeitung.ch

Aus Urner Sicht hatte das Abenteuer im australischen Cairns bereits mit der Nomination der Schweizer Athleten hervorragend begonnen. Konnten doch mit Linda und Reto Indergand sowie Fabio Püntener drei Biker aus dem Gotthardkanton die Reise ins ferne Australien antreten.

Der Jüngste aus dem Trio hatte denn auch als Erster zu seiner WM-Premiere anzutreten. Auf der schwierigen Strecke im tropischen Regenwald von Cairns, der übrigens seit sieben Monaten kein Regen mehr gesehen hat, musste Püntener schon in der ersten Kurve nach dem Start zu Boden, und beendete die 1,6 kilometerlange Startrunde erst an 25. Stelle. Von da an zeigte das Jungtalent aber, was in ihm steckt, und startete eine Aufholjagd. Schliesslich fuhr er als Elfter und zweitbester Schweizer über die Ziellinie. «In der vorletzten Runde haben Beinkrämpfe meine Aufholjagd gestoppt, aber ich bin mit dem Erreichten an meiner ersten WM mehr als zufrieden», sagte Püntener.

Im Rennen der Männer, das an der Spitze von Teamleader Nino Schurter kontrolliert wurde, zeigte Reto Indergand – wie übrigens das gesamte Schweizer Team – einen ausgezeichneten Wettkampf.

Reto Indergands Aufholjagd wird belohnt

Aus der 23. Startposition kam er in der Startrunde nicht wie gewünscht in die Gänge und musste in der Folge sein gesamtes technisches Geschick anwenden, um auf der unübersichtlichen Strecke nach vorn zu kommen. Das Unterfangen ist ihm aber hervorragend gelungen, denn Runde für Runde verbesserte er sich.

Die siebte und letzte Runde war zugleich die schnellste für Indergand, mit der er sich den starken zehnten Schlussrang sichern konnte. «Ich bin rundum zufrieden und auch glücklich, dass ich meine Leistung gerade im wichtigsten Rennen der Saison abrufen konnte», sagte Reto Indergand, der das viertbeste Schweizer Resultat im Männerteam realisierte.

Teilnahme an Strassen-WM ist nicht in Gefahr

Das Rennen der Frauen begann für Linda Indergand vielversprechend. Sie setzte sich mit der späteren Siegerin Jolanda Neff sofort nach dem Start an die Spitze des Fahrerfeldes. Doch dann passierte es: Nach einer schnellen Abfahrt mit darauffolgender Kurve hielt der Pneu am Vorderrad dem Druck nicht mehr stand, die Luft entwich, und ein Sturz war unvermeidlich. In der Technischen Zone wurde das Rad gewechselt, und auch der Gesundheitszustand wurde durch den Teamarzt untersucht. Aus der Sicht des Mediziners stand einer Weiterfahrt trotz schmerzhaften Prellungen und Nasenbluten nichts im Wege. Auch Indergand war gewillt das Rennen fortzusetzen. «Das Wort ‹aufgeben› habe ich sowieso nicht in meinem Repertoire, und an einer Weltmeisterschaft vom Rad zu steigen kam für mich nicht in Frage», schilderte die Schweizer Medaillenhoffnung ihre Gemütslage nach dem Sturz. Sie wurde schliesslich 40. Indergand hatte Glück im Unglück: Nach neues­ten Erkenntnissen kann sie die Reise nach Bergen in Norwegen zur Strassenweltmeisterschaft antreten, wo sie ins Team der Schweizer Strassenfahrerinnen berufen wurde.

Der VMC Silenen und die IG Radsport Uri ehren übrigens im Rahmen des Cross Country Silenen Race vom Samstag, 16. September, seine erfolgreichen Radsportler. Die Ehrung von Linda Indergand, Delia Da Mocogno, Reto Indergand und Fabio Püntener beginnt um 17.15 Uhr.


Leserkommentare

Anzeige: