Ehemaliger Spitzenruderer Urs Fankhauser verstorben

RUDERN ⋅ Die Schweizer Ruderszene trauert um den Nidwaldner Urs Fankhauser. Der ehemalige Spitzenruderer und langjährige Funktionär ist nach schwerer und tapfer ertragener Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben.
11. Januar 2018, 10:04

Urs Fankhausers Leidenschaft für das Rudern begann in der 4. Klasse. Bei einem schulärztlichen Untersuch wurde festgestellt, dass er zu schnell in die Höhe schoss. «Der Arzt sagte, ich müsse rudern, um mit dem Rücken keine Probleme zu bekommen», erzählte der Nidwaldner unserer Zeitung im Juni 2016. Da er von der Physiognomie her geradezu prädestiniert war für den Sport, bekam er Spass daran. «Lange Beine sind natürlich für die Hebelverhältnisse besser», erklärte er damals am Ufer des Rotsees.

Mit dem «Göttersee» verband Fankhauser einiges. Das Gewässer zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Zum einen hatte er alle vier Weltmeisterschaften dort miterlebt. Immer in einer anderen Funktion: als junger Zuschauer (1962), Aktiver (1974), Verbandsfunktionär (1982) oder OK-Mitglied (2001). Zum andern war er seit 2005 als Chef Regattawesen im Ruderverband für die Koordination von Regatten in der ganzen Schweiz zuständig. Und als Delegierter des Verbands half er mit, die Naturarena Rotsee zu realisieren.

Zwei Olympia-Teilnahmen

Als aktiver Ruderer war Urs Fankhauser äusserst erfolgreich. Als Mitglied des Seeclubs Luzern und des Seeclubs Stansstad wurde er 24 Mal Schweizer Meister, durfte er 1968 in Mexiko und 1972 in München an den Olympischen Spielen teilnehmen. Beide Male gewann er ein olympisches Diplom. 1969 gewann er die prestigeträchtige Henley Royal Regatta. Rudern als Spitzensport zu betreiben, sei für ihn die beste, wenn auch eine harte Lebensschule gewesen. «Durchhaltevermögen und mentale Stärke habe ich nicht zuletzt dem Spitzensport zu verdanken, der Sport schult einen. Man lernt, für die Tätigkeiten nach der aktiven Karriere sich zu organisieren und alles unter einen Hut zu bringen», führte er im Juni 2016 aus.

Direkt nach der Karriere wechselte Fankhauser ins Funktionärsamt. Während 12 Jahren war er Chef Leistungssport im Schweizerischen Ruderverband. Im Regattaverein Luzern bekleidete er viele Jahre die Funktion des Pressechefs und Medienbetreuers anlässlich der internationalen Rotsee-Regatta. Für sein jahrzehntelanges und sein ausserordentliches Engagement für den
Schweizer Rudersport wurde Urs Fankhauser 2015 die Ehrenmitgliedschaft des Schweizerischen
Ruderverbandes verliehen. Fankhauser war auch Ehrenmitglied des Regattavereins Luzern.

Am 10. Januar 2018 ist Urs Fankhauser nach schwerer und tapfer ertragener Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben.

jvf/cza


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