Bussen bei Doping möglich

ALLGEMEINES ⋅ Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kann in Zukunft bei Verletzungen des Regelwerks durch Doping oder andere Manipulationen Bussen verhängen.
15. September 2017, 18:37

Das macht eine Änderung der Olympischen Charta möglich, die an der IOC-Session in Lima beschlossen wurde. Bestraft werden können sowohl einzelne Athleten als auch Teams. Der Beschluss ist auch deshalb brisant, weil in der Doping-Krise um Russland zuletzt berichtet worden war, das IOC wolle es wegen der Doping-Praktiken der Gastgeber bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi bei einer hohen Busse belassen.

17 nationale Anti-Doping-Organisationen hatten am Donnerstag noch den Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang gefordert und eine Busse als zu lasch bezeichnet.

Zwei Zwischenberichte

Im Zusammenhang mit den Vorkommnissen rund um Sotschi 2014 kam auch der Schweizer Denis Oswald zu Wort. Die kriminaltechnische Analyse russischer Dopingproben käme langsam voran, erklärte Oswald in einem Zwischenbericht. Der Jurist aus Neuenburg erwartet nun in Kürze die Ergebnisse und damit Aufschluss darüber, ob 50 Gefässe manipuliert und Urin ausgetauscht wurden. "Wir werden dann die betroffenen Athleten zu Anhörungen einladen", sagte Oswald, der die kriminaltechnischen Untersuchung als kompliziert und zeitaufwändig beschrieb. Er hofft, dass die Untersuchungen spätestens ein Monat vor den Winterspielen im Februar 2018 beendet sind.

In Sotschi hatten die Russen die Nationenwertung gewonnen: 13 goldene, 11 silberne und 9 bronzene Medaillen. Als Reaktion auf den zweiten McLaren-Report, der von systematischem und staatlich gebilligtem Doping berichtete, beschloss das IOC, die Urinproben russischer Athleten erneut zu analysieren sowie Spuren möglicher Manipulationen zu sichern.

Auch die Resultate der Kommission von Alt-Bundesrat Samuel Schmid wurden vorgestellt. Diese befasst sich mit dem Verdacht einer institutionellen Verschwörung in Russland und der Rolle der russischen Regierung. Bislang stünden jedoch "keine detaillierten Informationen zur Verfügung", hiess es in dem Bericht. Auch die Schmid-Kommission hoffe auf Ergebnisse in den nächsten Wochen, um vor den Winterspielen Resultate präsentieren zu können. (sda/dpa/sid)


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