"Ein mutiges Urteil"

ALLGEMEINES ⋅ Der Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen löst weltweit Reaktionen aus. Im Interview mit SRF lobt Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, das IOC für seinen Entscheid.
Aktualisiert: 
05.12.2017, 22:03
05. Dezember 2017, 21:22

Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz (gegenüber SRF): "Ich finde es ein sehr gutes und mutiges Urteil, das ich so nicht erwartet hätte. Ich bin überrascht. ... Der Entscheid wird Russland sehr weh tun. Einerseits ist das russische Olympische Komitee ausgeschlossen, andererseits auch die Funktionäre. Diese dürfen sich also nicht zeigen. ... Ich bin dafür, dass saubere Athleten zugelassen werden. Wenn russische Athleten von neutralen Agenturen getestet wurden, sollen diese Sportler auch das Recht haben, an Olympischen Spielen teilzunehmen."

Michael Cepic (NADA-Geschäftsführer): "Ein Sieg für die sauberen Sportlerinnen und Sportler und ein denkwürdiger Tag für den Sport."

Nationales Olympisches Komitee der USA: "Es gab keine perfekten Optionen, aber dieser Entscheid wird es eindeutig weniger wahrscheinlich machen, dass dies jemals wieder passiert."

Österreichs Anti-Doping-Agentur: "Mit dem nun veröffentlichten Katalog von Sanktionen wurde in geeigneter Art und Weise auf das Ausmass der Causa reagiert und ein starkes Signal gesetzt, dass sauberer Sport in der Olympischen Bewegung an erster Stelle steht. Dieser Entscheid zeigt, dass die Olympischen Werte Vorrang vor wirtschaftlichen und sportpolitischen Überlegungen haben."

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes: "Es ist ein ausgewogener Entscheid. Auf der einen Seite drakonische Strafen für die Strippenzieher und das russische NOK, aber auch Wahrung der Rechte hoffentlich sauberer individueller Athleten auf der anderen Seite."

Alexander Schukow (Präsident des Russischen Olympischen Komitees): "Unschuldige zu bestrafen ist ungerecht und unmoralisch."

Dmitri Swischtschew (Präsident des russischen Curling-Verbands): "Ich betrachte den IOC-Entscheid als unprofessionell. Ich bin überzeugt, dass er unter Druck gemacht worden ist. Irgendwer brauchte, dass Russland nicht an den Spielen teilnimmt. Diesen Entscheid kann und sollte man anfechten, denn er bestimmt über das Schicksal einer ganzen Generation von Sportlern und Trainern."

Jelena Välbe, Präsidentin des russischen Langlauf-Verbandes, über die Möglichkeit, dass saubere russische Athleten antreten: "Das muss jeder Sportler selber entscheiden."

FIFA: "Die FIFA hat den Entscheid des IOC bezüglich der Teilnahme russischer Athleten an den kommenden Olympischen Winterspielen zur Kenntnis genommen. Dieser Entscheid hat keinen Einfluss auf die Vorbereitungen für die FIFA Weltmeisterschaft 2018, da wir weiterhin daran arbeiten, die bestmögliche Veranstaltung zu liefern. In Bezug auf mögliche disziplinarische oder ethische Angelegenheiten, die bestimmte Personen betreffen, obliegt es den jeweiligen FIFA-Organen, diese zu bewerten." (sda)


Leserkommentare

Anzeige: