Gilardoni verpasst Top Ten klar

SKELETON ⋅ Das Heimrennen in St. Moritz verlief für Marina Gilardoni enttäuschend. Die St. Gallerin fährt nur auf den 15. Platz - und findet dennoch viel Positives.
Aktualisiert: 
12.01.2018, 15:03
12. Januar 2018, 12:04

Einen einstelligen Tabellenplatz hatte sich Gilardoni zum Ziel gesetzt. Dieses verpasste sie deutlich und sprach dennoch von zwei guten Fahrten. Tatsächlich gehörte die 30-Jährige aus Eschenbach am Start zu den schnellsten und machte auch in der Bahn keine groben Fehler. "Die Abstimmung stimmte wohl nicht", stellte sie fest. "Im Nachhinein würde ich andere Kufen wählen." Es sei wohl zu kalt gewesen für das gewählte Material.

Sie ärgerte sich natürlich über den Missgriff ausgerechnet beim Heimrennen. "Aber St. Moritz ist speziell, da ist es immer ein wenig ein Gamble." Nachdem sie nach dem ersten Durchgang als 14. nur zwei Zehntel hinter einem Top-Ten-Platz gelegen hatte, verlor Gilardoni mit der zweiten Fahrt noch einen Rang und verpasste die ersten zehn letztlich um 43 Hundertstel. Auf die österreichische Siegerin Janine Flock, die im Engadin vor zwei Jahren bereits Europameisterin geworden war, verlor die Schweizerin knapp eineinhalb Sekunden.

Das Zittern um einen Olympiaplatz geht damit für Gilardoni weiter. Sie ist aktuell erster Ersatz im 20-köpfigen Starterfeld für Pyeongchang, hofft aber noch auf eine Absage beziehungsweise Nicht-Selektion einer anderen Fahrerin durch deren nationales Olympisches Komitee. Bis Sonntagabend sollte sie Gewissheit haben.

Dass sie bis zum Ende um ihre zweite Olympiateilnahme bangen muss, liegt vor allem am schwierigen Saisonstart, nachdem sie sich im Sommer zum wiederholten Mal einen Muskelfaserriss zugezogen hat und wegen Rückenproblemen ihre Liegeposition anpassen musste. Dadurch gingen auch die Automatismen, die Gilardoni vor zwei Jahren zu EM-Bronze und einem 4. Platz an der WM geführt hatten, weitgehend verloren. "Die Olympiaqualifikation war immer irgendwie im Hinterkopf", gibt sie zu. Jetzt fühle sie sich aber wieder gut, was die starken Startzeiten zeigten. "Ich bin auf dem richtigen Weg, der Sport macht wieder Spass."

Wachablösung bei den Männern

Bei den Männern war Ronald Auderset auf dem Weg zu seinem mit Abstand besten Karriereresultat (drei 18. Plätze im Jahr 2015). Der 28-jährige Freiburger lag nach dem ersten Durchgang im 13. Rang, fiel dann aber noch auf Platz 20 zurück. Am Start lieferte Auderset zweimal die viertbeste Zeit ab.

An der Spitze zeichnet sich eine Wachablösung ab. Nach seinem fünften Saisonsieg liegt der Südkoreaner Yun Sungbin vor dem letzten Weltcup in Königssee in der Gesamtwertung fast uneinholbar in Führung. Der Lette Martins Dukurs, am Freitag nur Dritter, liegt bereits 115 Punkte zurück (der Sieger erhält 225 Zähler). Er hat den Gesamt-Weltcup neun Jahre in Folge gewonnen. (sda)


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