Schweizer legen Latte hoch

REITEN ⋅ Mit der stärksten Equipe wollen die einheimischen Springreiter morgen im 90. Nationenpreis der Schweiz einen Podestplatz erreichen.
01. Juni 2017, 07:40

Peter Wyrsch

Ab heute blicken die Reitsportfreunde wie alle Jahre wieder aufs Gründenmoos. Hochklassiger Pferdesport mit Weltklassereitern und Millionenpferden werden im Naturstadion an der Peripherie im Westen der Stadt St. Gallen aus nächster Nähe zu bestaunen sein. In zehn internationalen Prüfungen messen sich 63 Reiter aus 13 Ländern um Ehre und ein Preisgeld von über 700000 Franken.

Im morgigen Nationenpreis über zwei Runden mit einer Dotation von 200000 Franken buhlt die starke Schweizer Equipe mit Olympiasieger Frankreich, Belgien, Brasilien, Deutschland, Irland, Italien und Schweden um einen Podestplatz (siehe Box). Mit 20 Teilnehmern, darunter 15 Einzelreitern, stellt die Schweiz das grösste Kontingent.

Letzter Heimtriumph im Jahr 2000 in Luzern

Die Franzosen, geführt von Philippe Guerdat, dem Vater von Steve Guerdat, führen das Ranking des Nationencups nach drei von acht Qualifikationen überlegen an. Sie siegten an ihrem Heimturnier in La Baule und wurden Zweite beim Saisonstart in Lummen (Belgien). Italien ­gewann vor Wochenfrist sein Heimturnier in Rom.

Die Schweizer Springreiter sind bislang dreimal an den Start gegangen. Aber nur der vierte Platz in La Baule gelangte in die Wertung, da jedes der acht Länder in der Spitzenliga Europas nur sechs Turniere auswählen darf, die zu Punkten für eine Finalqualifikation Ende September in Barcelona berechtigen. In Lummen klassierte sich die Schweiz als Fünfte, in Rom wurde sie enttäuschende Siebte. «Das soll sich ändern. Nun müssen wir viele Punkte einfahren», sagt Equipenchef Andy Kistler und setzt die Latte hoch: «Ein Podestplatz ist unser Ziel. Es darf auch der oberste Platz auf dem Podest sein.»

Vier der fünf für die Equipe aufgebotenen Reiter sollen Kistlers Wunsch erfüllen. Deshalb hat er sein derzeit stärkstes Team nominiert. London-Olympiasieger Steve Guerdat mit Bianca, der Weltcup-Zweite Romain Duguet mit Twentytwo des Biches, Schweizer Meister Martin Fuchs mit Clooney, der Luzerner Paul Estermann mit Lord Pepsi und ­allenfalls der erstmals seit 30 Jahren wieder in St. Gallen ins Team berufene «Oldie» Walter Gaba­thuler mit Fine Fleur haben die Klasse zum ersten Heimtriumph seit dem Jahr 2000. Damals siegte die Schweiz in Luzern. Der letzte Erfolg in St. Gallen liegt gar 21 Jahre zurück, als das EM-Team-Gold von 1995 bestätigt wurde. Vorjahressieger Irland tritt im Teamwettkampf ebenfalls an, diesmal aber erstaunlicherweise nicht als Punktesammler. Ob die Iren deshalb nur Bertram Allen aus dem Siegerteam des Vorjahres nominierten?

CSIO St. Gallen

Programm der wichtigsten Prüfungen. Heute, 12.00: Eröffnungsspringen (Wertung A, Hindernishöhe 140 cm, Preisgeld 10 000 Franken). – 14.45: Zweiphasenspringen (A, 145, 15 000). – 16.45 Uhr: Internationales Springen (A mit Stechen, 150, 30 000).

Freitag, 9.30: Jagdspringen (C, 140, 10 000). – 11.30: Internationale Prüfung (A, 150, 15 000). – 14.30/16.00: Nationenpreis (A mit 2 Umgängen, 160, 200 000 Euro).

Samstag, 11.15: Internationale Prüfung (A mit Stechen, 150, 30 000). – 14.45: Paddock Golf (Team-Wettkampf mit Reiter und Golfspieler). – 16.30: Grosses Jagdspringen (C, 145, 80 000 Franken).

Sonntag, 12.15: Jokerspringen (nach Punkten, 145, 10 000). – 15.00: Grand Prix (A mit Finalrunde, 160, 200 000 Euro).


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