Urner vom Pech verfolgt

MOUNTAINBIKE ⋅ Linda Indergands Höhenflug wird in Gränichen gestoppt. Delia Da Mocogno glückt das beste Urner Resultat.
14. Juni 2017, 04:39

Die erfolgsverwöhnte Urner Delegation lernte nach den vorangegangenen Höhenflügen am Swiss Cup in Gränichen die Kehrseite der Medaille kennen. Bereits beim Rennen der Junioren erwischte es Fabio Püntener, der wie Linda Indergand sensationell in diese Saison gestartet ist. Im grössten, mit 119 Fahrern gespickten Feld hatte der Urner Junior bis zur letzten Runde eine Spitzenposition inne. Kurz nach der technischen Zone erlitt Püntener einen Kettendefekt und musste den Rest der Runde zu Fuss zurücklegen. Der 17. Rang veranschaulicht, was eigentlich möglich gewesen wäre.

Das gleiche Schicksal erlitt Linda Indergand, die wiederum mit einem Blitzstart die Führung an sich riss. Ein Kettendefekt, der sich mehrmals wiederholte, verhinderte am vergangenen Sonntag aber eine Spitzenklassierung, denn die Konkurrenz zeigte sich äusserst stark. In dieser Situation noch Platz 6 herauszufahren, ist schlichtweg sensationell. «Ich musste fünf Mal vom Rad steigen, um die Kette zu richten. Ich hoffe, dass damit das Pech für diese Saison eingezogen zu haben. Dieses Rennen habe ich abgehakt, ich freue mich bereits riesig auf das Heimrennen in Ander-matt», richtete Linda Indergand optimistisch den Fokus auf den nächsten Renneinsatz.

Aller guten Dinge sind drei, wobei dieser Satz für die Urner auf die negative Seite auszulegen ist. Reto Indergand hatte ebenfalls eine Spitzenposition inne, bevor er durch einen Sturz aus der Entscheidung um einen der vordersten Plätze gerissen wurde.

Delia Da Mocogno erkämpft einen Podestplatz

Ein Lichtblick aus Urner Sicht war Melanie Tresch, die im grossen Feld der Juniorinnen den 19. Platz (zählt zur Juniors World Series) belegte. «Ich konnte die Pannen meiner Urner Kollegen ausblenden, und mit regelmässigen Rundenzeiten diese gute Klassierung herausfahren», meinte die stets bescheidene Nachwuchsfahrerin nach dem Rennen.

In den Jugendkategorien passierte das, was schon öfters in dieser Saison der Fall war: Delia Da Mocogno (VMC Silenen) holte für die IG Radsport Uri die Kastanien aus dem Feuer. Das Urner Talent liess sich auch vom heissen Wetter nicht beirren, fuhr ein starkes Rennen und holte sich in der Kategorie Mega Mädchen den dritten Podestplatz. In der gleichen Knaben-Kategorie zeigte Julian Gwerder eine solide Fahrt, die ihm Platz 8 und damit eine Top-Ten-Klassierung einbrachte. Die übrigen Urner Cracks platzierten sich, hervorgerufen durch Stürze oder kleine Defekte, für einmal auf den hinteren Rängen.

Josef Mulle

regionalsport@luzernerzeitung.ch


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