Bitterer Ausgang für die Willisauer

RINGEN ⋅ Kriessern revanchiert sich für die Niederlage vor einer Woche gegen Willisau und hat die Playoff-Serie mit 2:1 für sich entschieden. Die St. Galler sind zum elften Mal Schweizer Meister geworden.
16. Dezember 2017, 23:05

Simon Gerber, Widnau

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Um 21.30 Uhr fallen sich in der Aegetenhalle in Widnau die Ringer, Funktionäre und Fans von Kriessern in die Arme. Wenn Glückseligkeit perfekt sein kann, ist sie es für die Rheintaler in diesem Moment. Sie liefen im dritten und alles entscheidenden Kampf zu einer Superform auf. Kriessern verfügt über das kompaktere Kader und bestätigte diese mit der erfolgreichen Titelverteidigung. Für die Willisau Lions hingegen war es ein bitterer Moment. Sie kämpften vorbildlich, wurden jedoch sozusagen auf der Zielgeraden noch abgefangen. Doch die Luzerner müssen sich nichts vorwerfen lassen. Sie gingen mit viel Leidenschaft ans Werk, haben bis zuletzt geschwitzt und gekämpft. «Trotz der Niederlage bin ich auf mein Team sehr stolz. Bereits vor der Pause liessen wir zu viele Punkte liegen. Diesmal fehlte auch ein Exploit. Die Enttäuschung ist zwar da, aber es war super, um den Titel kämpfen zu können», resümierte Thomas Bucheli, der Cheftrainer von Willisau Lions.

Die 1600 Zuschauerinnen und Zuschauer warteten im dritten Kampf der Finalserie auf packenden Ringsport und bekamen diesen ab dem ersten Fight zu sehen. Mal tobte die eine Seite der Halle, mal die andere. Der Ringermatch wogte hin und her. In der ersten Hälfte wirkte Kriessern abgeklärter und gewann drei der fünf Duelle. Schon die Schulterniederlage von Lukas Bossert 27 Sekunden vor dem Ende des Kampfes gegen den erst 17-jährigen Dominik Laritz verhiess für die Willisau Lions nichts Gutes. Noch fataler wirkte sich die 0:3-Niederlage von Roger Heiniger gegen Gabor Molnar aus. Vor einer Woche legte Heiniger diesen Gegner noch auf die Schulter.

27. Teammedaille für die Willisauer

Eine Klasse für sich waren hingegen die beiden Schwergewichtler. Samuel Scherrers Standschleuder brachte die frühe Entscheidung gegen Damian Dietsche. Marco Riesen diktierte das Geschehen über weite Strecken, gab jedoch einen Punkt ab. Nach fünf Kämpfen lagen die Willisau Lions etwas überraschend mit 6:9 im Rückstand. Nach der Pause konnten die Luzerner Hinterländer nicht mehr zusetzen. Sie gewannen noch zwei der fünf Begegnungen durch Stefan Reichmuth und Andreas Vetsch. Im letzten Kampf hätten die Zentralschweizer für den 14. Titel noch vier Mannschaftspunkte gewinnen müssen. Doch dies war für den erst 18-jährigen Tobias Portmann trotz einem beherzten Kampf gegen den Internationalen Marc Dietsche ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Willisauer verabschiedeten sich mit dem Gewinn der Silbermedaille mit Würde aus der anstrengenden Saison. Nachdem sie sich letztes Jahr nach der Niederlage im Kampf um die Bronzemedaille gegen Freiamt mit dem vierten Platz hatten begnügen müssen, gewannen sie diesmal die 27. Teammedaille in ihrer Vereinsgeschichte (13 Gold, 6 Silber und 8 Bronze). Damit bleiben sie weiterhin in der Rolle des Rekordmeisters vor Kriessern mit 11 Titeln.

Schweizer Mannschaftsmeisterschaft. NLA. Final (best of 3). Drittes Duell: Kriessern (1. der Qualifikation) – Willisau (3.) 18:14 (9:6). – Schlussstand 2:1. – Kriessern zum 11. Mal Schweizer Mannschaftsmeister.

Kriessern – Willisau 18:14 (9:6)

Aegeten, Widnau. – 1600 Zuschauer. – KR Zimmermann (Motzer/Fässler).

57 kg Greco: Urs Wild – Timon Zeder 2:1 (5:1). – 61 kg Freistil: Dominik Laritz – Lukas Bossert 4:0 (Schultersieg nach 5:33 Minuten). – 65 kg G: Gabor Molnar – Roger Heiniger 2:0 (3:0). – 70 kg F: Steven Graf – Alex Knecht 3:1 (11:2). – 74 kg G: Sergey Sirenko – Andreas Vetsch 1:2 (3:4). – 74 kg F: Marc Dietsche – Tobias Portmann 2:1 (14:13). – 80 kg G: Ramon Betschart – Jonas Bossert 3:1 (9:3). – 86 kg F: Tobias Betschart – Stefan Reichmuth 0:3 (0:8). – 97 kg G: Damian Dietsche – Samuel Scherrer 0:3 (0:12). – 130 kg F: Philipp Hutter – Marco Riesen 1:2 (1:3).


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