Marc Gisin: «Ich habe mir meinen ersten Grossanlass anders vorgestellt»

JEONGSEON ⋅ Der Engelberger Marc Gisin fährt bei der Olympia-Abfahrt auf Platz 21. Im Ziel zeigt sich der Engelberger enttäuscht.
15. Februar 2018, 08:58

Claudia Zanini, Jeongseon

claudio.zanini@luzernerzeitung.ch

Die gute Nachricht: Der Wettergott hatte für einmal Erbarmen mit den Skifahrern und gewährte die Durchführung der Abfahrt. Die Schlechte: Er konnte es nicht allen Fahrern recht machen. Je höher die Startnummern wurden, desto mehr hatten die Athleten mit dem aufkommenden Wind zu kämpfen. Noch bei den ersten zehn, zwölf Fahrern war es ungewöhnlich windstill in Jeongseon.

Und dann kamen die höheren Temperaturen erschwerend hinzu. Sie waren deutlich wärmer, als bisher bei diesen Winterspielen. Die Piste wurde dadurch langsamer. Mit höheren Nummern schienen keine Top-Zeiten mehr möglich zu sein. Dies bekam auch Marc Gisin zu spüren. Der Engelberger startete als letzter Schweizer mit der Nummer 23. Es reichte nur für einen 21. Platz. 2,57 Sekunden hinter Sieger Aksel Svindal.

«Ich hatte zwar einige gute Abschnitte, aber es war sicher keine Top-Fahrt. Schwierig zu sagen, woran es lag. Der Schnee war jedenfalls langsamer, vielleicht wegen der Sonneneinstrahlung. Am Mittwoch war der Wind noch stärker und die Temperaturen deutlich kälter», sagte der 29-Jährige.

Auch andere Athleten hatten einen schwierigen Stand auf der von Bernhard Russi erbauten Piste. Christof Innerhofer etwa wurde sehr deutlich im Zielraum. «Nach den ersten 10-12 Nummern war das Rennen vorbei», sagte der auf Rang 17 platzierte Italiener sichtlich enttäuscht.

Für Marc Gisin war die Abfahrt der erste und letzte Auftritt bei Olympia. «Ich habe mir meinen ersten Grossanlass sicher anders vorgestellt. Es war eine coole Erfahrung. Aber im Grossen und Ganzen nicht das, was ich mir erhofft habe.» Die Olympia-Stimmung habe er positiv erlebt, auch wenn er den Trubel nur am Rande mitbekommen habe. Denn die Speed-Spezialisten sind in Jeongseong untergebracht, knapp 50 Autominuten von Pyeongchang entfernt.

Bereits am Freitagmorgen macht sich Gisin auf die Heimreise. Zuerst nach Seoul, ehe er am Samstag zurück in die Schweiz fliegt. Ob es noch reichen würde, um den Frauen-Slalom am Freitag vor Ort zu verfolgen, und Schwester Michelle zu unterstützen, wisse er nicht. «Vielleicht ist es organisatorisch möglich ist. Sonst schaue ich das Rennen halt im Fernsehen.» 

  • Stolz hält Beat Feuz die Medaille in Kameras der Fotografen. (© Gian Ehrenzeller / Keystone)
  • Ein Kuss für die Medaille (© Gian Ehrenzeller / Keystone)
  • Sie strahlen um die Wette: Die beiden Norweger Kjetil Jansrud (links), Aksel Svindal of Norway und Beat Feuz (rechts). (© Gian Ehrenzeller / Keystone)

Beat Feuz gewann in der Olympia-Abfahrt die Bronzemedaille, obwohl er mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden war. Die Bilder

  • Emotionen bei Mikaela Shiffrin nach dem Gewinn von Olympia-Gold. (© Michael Probst / AP)
  • Gold für Mikaela Shiffrin im Riesenslalom (© Jeon Heon-Kyun / EPA)
  • Bronze für Beat Feuz in der Olympia-Abfahrt (© Gian Ehrenzeller / Keystone)

Emotionen, Spektakel, Dramatik: Der sechste Tag der Olympischen Spiele in Südkorea in Bildern (15. Februar 2018).


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