Wenger nicht zufrieden – Kramer sorgt mit Sieg für Premiere

EISSCHNELLLAUF ⋅ Der Niederländer Sven Kramer ist über 5000 m zum dritten Mal hintereinander Olympiasieger geworden und sorgte damit für eine Premiere. Der Luzerner Livio Wenger blieb bei seinem Olympia-Debüt als 17. unter den eigenen Erwartungen.
11. Februar 2018, 13:17

Sacha Fey (sda), Gangneun

Livio Wenger hatte sich eine Zeit knapp unter 6:20 Minuten vorgenommen. Bis zwei Runden vor Schluss war er diesbezüglich auf Kurs, und hätte er das Tempo wie geplant steigern können, wäre eine 6:19er-Zeit herausgekommen. Stattdessen brach er ein und erreichte das Ziel nach 6:24,16 Minuten - die letzten 400 m lief er mehr als drei Sekunden langsamer wie vorgesehen. «Das ist inakzeptabel und darf nicht passieren», sprach Wenger Klartext. «Ich habe zu früh die Geduld verloren und mich etwas verkrampft. Es war kein schlechter Lauf (seine zweitbeste Zeit auf Meereshöhe), aber aufgrund meiner Ansprüche bin ich nicht zufrieden.»

Wenger gab zu, etwas zu entspannt gewesen zu sein, da sein Fokus auf das Massenstartrennen am zweitletzten Tag der Winterspiele ausgerichtet ist. In dieser Disziplin strebt er eine Medaille an, nachdem er im Weltcup als Zweiter schon auf dem Podest gestanden hat. Zunächst startet er am Dienstag aber noch über 1500 m. Auf dieser Strecke gelang ihm noch nie ein Lauf, mit dem er zufrieden war, weshalb er sich nicht viel ausrechnet. «Ich bin Realist und muss ehrlich zu mir sein. Es ist ein Tempotraining für den Massenstart», so Wenger, der den Sport erst seit 2014 richtig ausübt, weshalb ihm auf Einzelstrecken noch wichtige Nuancen fehlen.

Kramer mit drittem Sieg in Folge

Kramer ist der erste männliche Eisschnellläufer, der in der gleichen Disziplin dreimal hintereinander an Olympischen Winterspielen triumphiert hat. Der 31-Jährige ist auf dieser Strecke seit 2007 das Mass aller Dinge. Damals holte er seinen ersten von mittlerweile acht WM-Titeln über 5000 m. Die Saison 2010/2011 musste er wegen einer Oberschenkelverletzung auslassen.

Der insgesamt vierte Triumph an Olympischen Winterspielen ist für Kramer nur ein Zwischenziel. Er strebt in Gangneung mindestens drei Goldmedaillen an und will vor allem über 10'000 m erstmals auf dem obersten Olympia-Podest stehen. Zwar war er 2010 in Vancouver der Schnellste gewesen, er wurde jedoch nachträglich disqualifiziert, weil ihn sein Trainer in die falsche Bahn eingewiesen hatte.

Kramers Siegerzeit von 6:09,76 Minuten ist ein olympischer Rekord. Den zweitplatzierten Kanadier Ted-Jan Bloemen und den norwegischen Bronzemedaillengewinner Sverre Lunde Pedersen, die gegeneinander antraten, trennten bloss zwei Tausendstelsekunden. Beide schafften erstmals an diesem Anlass den Sprung unter die ersten drei.

  • Der totale norwegische Triumph im Skiathlon: Simen Hegsted Krüger (rechts) gewinnt vor Martin Johnsrud Sundby und Hans Christer Holund (hinten). (© Filip Singer / EPA)
  • Enttäuschung bei Dario Cologna: Der Bündner fährt im Skiathlon auf Rang 6. (© Jean-Christophe Bott / Keystone)
  • Der Kanadier Ted-Jan Bloemen (rechts) fährt einen Hauch vor dem Norweger Sverre Lunde beim 5000-Meter-Eisschnelllauf ins Ziel. (© Eugene Hishoko / EPA)

Der zweite Tag der Olympischen Spiele in Südkorea in Bildern.


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