Das Multitalent muss sich gedulden

SKI ALPIN ⋅ Die Snowboard-Weltmeisterin Ester Ledecka schickt sich an, den Ski-Weltcup aufzumischen. Sie muss sich mit dem ganz grossen Wurf aber gedulden. Ihr Abstecher nach Lake Louise endet in den Fangnetzen.
04. Dezember 2017, 02:04

Die Story ist nicht neu. Doch in den kanadischen Rocky Mountains wurde sie am Donnerstag wieder aufgewärmt - aus gutem Grund: Ester Ledecka, die tschechische Snowboard-Weltmeisterin, rief sich mit der Bestzeit im Abschlusstraining zu den Frauen-Abfahrten ins Gedächtnis.

Nach einigen Starts im Ski-Weltcup in den beiden Vorsaisons, unter anderem einem beachtlichen 13. Platz in der Abfahrt von Garmisch im Januar 2017, meldete sich die 22-jährige Pragerin in Lake Louise mit einem dicken Ausrufezeichen zurück. Die Trainingsbestzeit stand am Ende des Abstechers nach Kanada nicht alleine da. In den beiden Abfahrten legte sie mit den Rängen 13 und 7 nach.

Am Sonntag wurde ihr Aufstand gegen das Ski-Etablissement gebremst. Bei ihrem Sturz im Super-G landete sie in den Fangnetzen. Kein Grund zur Besorgnis aber für die Ledecka-Fans, die sie auch wegen ihrer gehobenen Surf- und Beachvolleyballkünste bewundern: "Mir geht es gut. Es sah wohl schlimmer aus, als es war", teilte sie mit.

Via St. Moritz zu den Snowboarderinnen

Am nächsten Wochenende wird die Enkeltochter von Jan Klapac, Eishockey-Weltmeister 1972 und zweimaliger Olympia-Medaillengewinner, in St. Moritz erneut im Ski-Weltcup starten. Danach gehts zurück ins angestammte Metier. Am 14. Dezember startet im italienischen Carezza der Weltcup der Alpin-Snowboarderinnen. In diesem tritt Ledecka als zweifache Weltmeisterin und Gesamtsiegerin der beiden Vorsaisons an.

Abstecher zu den Skifahrerinnen bleiben im Programm. Ledeckas Vorhaben ist ambitiös: Im Februar will sie an den Olympischen Spielen in Pyeongchang als erste Athletin in zwei Sportarten antreten. Dass sie das nötige Niveau mitbringt, hat sie bewiesen. Affaire à suivre. (sda)


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