Aline Danioth brennt auf Comeback

SKI ALPIN ⋅ Aline Danioth (19) kehrt in den Weltcup-Zirkus zurück und steht am Samstag beim Riesenslalom in Sölden am Start. Nach der schweren Knieverletzung verlief die Saisonvorbereitung für die Urnerin schmerzfrei.
25. Oktober 2017, 06:18

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

«Ich habe lange hart gearbeitet, jetzt möchte ich endlich wieder Spass haben auf den Ski», erklärt die Urner Skirennfahrerin Aline Danioth kurz vor ihrem Weltcup-Comeback gegenüber unserer Zeitung. Die 19-Jährige strotzt nur so vor Tatendrang: «Ich brenne auf meinen ersten Einsatz und freue mich riesig, wieder Wettkämpfe zu bestreiten. Aber es wirkt alles noch unreal.» Erst vor wenigen Tagen habe sie sich zusammen mit dem Trainerstab entschieden, den Riesenslalom am Samstag in Sölden zu bestreiten. Ursprünglich sei geplant gewesen, erst im Dezember wieder Wettkämpfe zu bestreiten, doch der Heilungsprozess sei schneller verlaufen als angenommen. «Ich habe täglich Fortschritte gemacht. Heute bin ich zu 100 Prozent schmerzfrei», sagt die ­Andermatterin.

Rückblick: Im Dezember 2016 schied Danioth beim Weltcup-Riesenslalom in Sestriere aus. Die Diagnose nach dem MRI-Untersuch war niederschmetternd: Kreuzbandriss, Risse am inneren und äusseren Meniskus, Zerrung des Seitenbandes, Riss am inneren Meniskus und eine Zerrung des inneren Seitenbandes. Die Verletzung kam zu einem Zeitpunkt, als sich Danioth in sehr guter Form befand. «Die Diagnose war ein Schock und mental nicht einfach zu verkraften», sagte die Urnerin Anfang Jahr.

Cheftrainer will den Ball flach halten

Der Cheftrainer der Frauen, Hans Flatscher, sieht der Rückkehr von Danioth äusserst positiv entgegen: «Im Konditions- und Skitraining hatte sie nie Beschwerden, das ist ein gutes Zeichen. Die Verletzung ist bei ihr kein Thema mehr.» Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass sie ohne Probleme durch die Saisonvorbereitung gekommen sei. Flatscher bezieht sich vor allem auf die Unerfahrenheit der Skirennfahrerin: «Sie musste lernen, mit dieser Situation umzugehen, weltcuperfahrene Skirennfahrer können oft entspannter mit einer solchen Verletzung umgehen.» Der Cheftrainer mahnt: «Man darf jetzt nicht zu viel erwarten und muss den Ball flach halten.» Dennoch traut er der wieder genesenen Athletin am Samstag einiges zu. «Gelingt ihr ein guter Lauf, dann ist es realistisch, dass sie sich für den 2. Durchgang qualifiziert.» In ­dieser Saison soll sich Danioth wieder an das Niveau von 2016 herantasten. «Auch Rennen im Europacup stehen in ihrer Saisonplanung», erklärt Flatscher. «Wichtig ist, dass sie weiter Erfahrungen sammelt und Spass am Skifahren hat.»

Wie die leidenschaftliche Skifahrerin betont, stehen in den nächsten Rennen nicht die Rangierungen im Vordergrund. «Ich will nichts überstürzen, die Gesundheit hat Vorrang», sagt sie. «Ich nehme Schritt für Schritt und will wieder im Weltcup Fuss fassen. Die guten Resultate werden dann von alleine kommen.» Dazu bietet sich ihr am Samstag die erste Gelegenheit.


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