Dominique Gisin glaubt an Renn-Comeback

SKI ALPIN ⋅ Am Wochenende ist Dominique Gisin in Beaver Creek eingetroffen, am Donnerstag will sie im WM-Riesenslalom um eine Top-Klassierung kämpfen. Die Engelbergerin ist zuversichtlich, dass sie dreieinhalb Wochen nach ihrer Schienbeinkopf-Verletzung wieder Rennen fahren kann.

09. Februar 2015, 10:05

Der Entscheid ist noch nicht gefallen, ob Dominique Gisin tatsächlich am WM-«Riesen» teilnimmt. Die Vorzeichen stehen aber sehr gut für sie. Wenn der Heilungsprozess weiterhin so optimal fortschreitet wie bis anhin, ist sie am Donnerstag am Start. In den nächsten Tagen will sie im Training das nötige Vertrauen in ihre Fähigkeiten finden und den Kopf frei bekommen, um im Rennen konkurrenzfähig zu sein. Mit ihrem Vertrauens-Arzt ist sie in ständigem Kontakt. Wenn sie sich auf das gewünschte Level bringt, soll ihr Motto nicht nur «Dabei sein ist alles» lauten. Dann würde Gisin voll angreifen und ein gutes Resultat anpeilen. Dass dies eine grosse Herausforderung darstellt, ist ihr bewusst.

Über die Rehabilitation seit dem Crash in Cortina d'Ampezzo zeigt sich Gisin sehr glücklich. Es sei alles nach Plan verlaufen. In der Phase nach dem Sturz sei die Schwellung am Schienbeinkopf rasch stark zurückgegangen. Gisin: «Ich hatte viel Glück im Unglück. Direkt nach dem Sturz konnte ich mit dem Wiederaufbau beginnen. Ich konnte dann von Tag zu Tag die Belastung ein wenig erhöhen. Darauf hat mein Körper super reagiert.» Geholfen hätten ihr zunächst vor allem Wasser-Therapien.

Sie berichtete, dass es danach möglich gewesen sei, im Training auf Ski voll zu belasten - egal bei welchen Bedingungen. Schmerzen seien dadurch keine ausgelöst worden. Das Glück an der Sache war für Gisin, dass sie sich die Verletzung in einer Überstreckung an einer Körperstelle zuzog, die sie beim Skifahren nicht komplett belasten muss. Dennoch wäre in der letzten WM-Woche ein Start im Super-G oder in der Abfahrt aus medizinischer Sicht völlig unrealistisch gewesen.

Von den Weltmeisterschaften hat Gisin bisher das meiste von den Rennen mitbekommen. «Unsere Schweizer Jungs waren in der Abfahrt sehr inspirierend», meinte Gisin zu den Medaillengewinnern Patrick Küng und Beat Feuz.

Positive News konnte Gisin auch von ihrem jüngeren Bruder Marc verbreiten. Ihm gehe es nach seinem Unfall in Kitzbühel, bei dem er ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, schon bedeutend besser. «Solche Stürze sind sehr schlimm und waren natürlich ein Schock für uns alle», blickte Gisin noch einmal auf die bangen Momente zurück.

Marco Ackermann (si), Beaver Creek


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