Nadja Jnglin-Kamer tritt zurück

SKI ALPIN ⋅ Der Aderlass im Schweizer Speed-Team der Frauen geht weiter. Nach Olympiasiegerin Dominique Gisin und Marianne Abderhalden tritt nun auch die 28-jährige Schwyzerin Nadja Jnglin-Kamer zurück.

Nadja Jnglin-Kamer teilte im Rahmen der Schweizer Meisterschaften in St. Moritz den Entscheid ihren Trainern und dem Team mit.

Als Gründe nannte Jnglin-Kamer gesundheitliche Probleme, mit denen sie in den letzten sechs Jahren immer wieder zu kämpfen hatte. «Mir ist in den letzten Tagen klar geworden, dass ich mir nicht mehr vorstellen konnte, mich am Morgen zuerst fragen zu müssen, wie es den Knien geht. Um dann zu entscheiden, ob ich nach vier oder sechs Trainingsläufen aufhöre, während die anderen acht Läufe fahren.»

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Nadja Jnglin-Kamer (28) aus Schwyz beendet ihre Karriere. Ein Rückblick.

Fünf Podestplätze hat Jnglin-Kamer in den gut zehn Jahren ihrer Weltcup-Karriere errungen. Dreimal war sie hinter Lindsey Vonn Zweite geworden, zweimal stand sie als Dritte auf dem Podest. Unvergessen ist auch ihr 4. Rang in der WM-Abfahrt in Schladming 2013, als sie die Bronzemedaille nur um vier Hundertstel verpasste. An den letzten Weltmeisterschaften in Colorado hatte sie in der Abfahrt den ansprechenden 7. Rang erreicht. Für diese Titelkämpfe hatte sie sich praktisch in letzter Sekunde mit einem 6. Platz in der Weltcup-Abfahrt von St. Moritz qualifiziert. Dieser Exploit kam unerwartet, hatte sie doch die Saison aus gesundheitlichen Gründen erst Mitte Januar in Cortina d'Ampezzo rennmässig in Angriff nehmen können.

«Logisch hätte ich gerne einen Weltcupsieg gefeiert oder an einem Grossanlass eine Medaille gewonnen», sagte Jnglin-Kamer, «aber ich bin mit dem Erreichten auch so zufrieden. Als ich jung war, hätten mir viele eine solche Karriere nicht zugetraut.»

Der Rücktritts-Entscheid sei ihr sehr schwer gefallen, erklärte die Innerschweizerin, die im Team von Cheftrainer Hans Flatscher eine weitere Lücke reisst, die kurzfristig nicht zu füllen ist. Das Team sei für sie wie eine zweite Familie gewesen sei und alle hätten gehofft, dass sie weiterfahren werde. Ihre berufliche Zukunft lässt Jnglin-Kamer bewusst noch offen, zuerst stehen einmal längere Ferien mit ihrem Ehemann auf dem Programm. (Si)


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