Rudi Huber tritt als Alpin-Chef zurück

SKI ALPIN ⋅ Swiss-Ski muss sich nach einem neuen Alpin-Chef umsehen. Rudi Huber tritt trotz laufenden Vertrags bis 2017 per sofort zurück. Dem Österreicher fehlt die nötige Akzeptanz.

20. April 2015, 10:30

Seit seinem Amtsantritt habe Huber gegen Widerstände anzukämpfen gehabt, heisst es in einem von Swiss-Ski verschickten Communiqué am Montagmorgen. Den Willen, die Energie für den Kampf um die schwer zu erzielende Akzeptanz aufzuwenden, statt sie in die eigentliche Arbeit investieren zu können, habe Huber nicht mehr aufbringen können.

Zuletzt war von zwischenmenschlichen Differenzen im Schweizer Trainerteam zu hören, was vor wenigen Tagen schliesslich auch zum vorzeitigen Abgang des Walliser Slalom-Coachs Steve Locher führte. Auf Widerstände und Vorbehalte soll Huber, der nicht Französisch spricht, vor allem in der Romandie gestossen sein.

Huber trat die Stelle als Alpin-Chef nach einem für Swiss-Ski desolaten Weltcup-Winter 2012/13 mit Rang 7 im Nationen-Ranking an. Während seiner Tätigkeit stiess die Schweiz zunächst auf Platz 2 vor, im vergangenen Winter büssten die Athleten von Swiss-Ski jedoch wieder an Terrain ein.

Bei der Vergabe der Kristallkugeln standen die Schweizer Skifahrer ausnahmslos im Abseits, in der Nationenwertung resultierte hinter Österreich und Italien Platz 3. Zu feiern gab es - inklusive Team-Event beim Weltcup-Finale - lediglich vier Siege und damit acht weniger als in Hubers Premieren-Saison. Angesichts dessen war die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Beaver Creek mit drei Medaillen, wobei Patrick Küngs goldene in der Abfahrt selbstredend alles überstrahlte, gut bedient. Die sportliche Bilanz unter Hubers Führung blieb insgesamt jedoch durchzogen.

Der 52-jährige Salzburger war im Frühjahr 2013 unter anderem mit der Vorgabe von Swiss-Ski angestellt worden, als Alpin-Chef für einen roten Faden in der Ausbildung der Sportler und Trainer zu sorgen. Ausserdem sollten unter seiner Führung mehr Schweizer Nachwuchstalente den Sprung an die Weltspitze schaffen. Dieses Ziel wurde bis zu Hubers Demission höchstens partiell erreicht.

Swiss-Ski betont, dass die Planungen für die kommende Saison bereits weitgehend abgeschlossen sind. Die Suche nach einem Nachfolger Hubers kann folglich ohne Zeitdruck in Angriff genommen werden. (Si)


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