Zwei Schweizer Big-Air-Medaillen

SNOWBOARD ⋅ Die 27-jährige Bündnerin Elena Könz gewinnt am Kreischberg (Ö) beim ersten WM-Big-Air der Frauen Gold. Als Dritte steht mit Sina Candrian eine weitere Vertreterin von Swiss Snowboard auf dem Podium.

Auf dem Kicker kamen die Frauen in der bisherigen WM-Geschichte der FIS nicht zum Zug. Im Rahmen der Premiere beanspruchten vor allem die Schweizerinnen das Rampenlicht - speziell Elena Könz, mit 27 Jahren die älteste Starterin. Elf Monate nach ihrem Finalvorstoss im olympischen Slopestyle-Wettbewerb erreichte sie unverhofft das wertvollste Resultat ihrer Karriere.

Die Basis zu ihrem verblüffenden Effort legte Könz mit zwei makellosen 540er-Manövern - vorwärts und rückwärts gelandet. Im Gegensatz zur internationalen Konkurrenz geriet die passionierte Skateboarderin in der Luft im entscheidenden Moment nie in Schwierigkeiten. Noch vor dem letzten von drei Durchgängen war ihr der Triumph nicht mehr zu nehmen. Neun Punkte betrug ihr satter Vorsprung auf die Finnin Merika Enne in der Gesamtabrechnung.

Bemerkenswert verlief die Big-Air-Premiere auch für Sina Candrian. Die seit Jahren konstanteste Schweizer Riderin doppelte zwei Jahre nach ihrer Silber-Performance in Stoneham (im Slopestyle) nach. Acht Saisons nach ihrem zweiten Junioren-WM-Titel erweiterte sie ihr Palmarès um die sportlich relevanteste Auszeichnung. In Sotschi verpasste sie das Podium um Haaresbreite, vor wenigen Tagen hatte die Flimserin im Slopestyle-Parcours einen weiteren vierten Platz zu verdauen.

Lehrgeld bezahlte indes Lia-Mara Bösch. Die überraschende Nummer 1 der Qualifikation riskierte in den ersten beiden Runs mit "Underflips" (Überkopf-Rotationen) zu viel. Nach zwei missratenen Landungen kam für die Juniorin aus dem Rookie-Kader ein Exploit nicht mehr infrage - für eine Newcomerin ohne Weltcup-Erfahrung ist das Ergebnis indes zu verkraften.

Eine respektable Vorstellung bot Lucien Koch beim hochklassigen Trick-Spektakel der Männer. Als Vierter tauchte er praktisch ohne Ankündigung an der erweiterten Weltspitze auf. Der 19-jährige St. Galler hat auf der Weltcup-Tour zuvor praktisch keine Spuren hinterlassen. Der finnische Monolog in diesem Wettbewerb geht weiter: Roope Tonteri wurde seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte seiner Equipe im siebten WM-Big-Air-Final den sechsten Titelgewinn. (Si)


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