Michelle Gisin in Lake Louise auf dem Podium

SKI ALPIN ⋅ Zwei gefühlte Siegerinnen des Vortags jubeln in Lake Louise nach einigen Turbulenzen auch am Samstag. Mikaela Shiffrin gewinnt ihre erste Abfahrt, Michelle Gisin wird Dritte.
Aktualisiert: 
02.12.2017, 23:28
02. Dezember 2017, 20:48

Mikaela Shiffrins Dominanz im Frauen-Weltcup wird immer erdrückender. Einen Tag nach ihrem ersten Abfahrts-Podestplatz legte die 22-jährige Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison mit der Sieg-Premiere noch eine Schippe drauf. Auch Michelle Gisin gelang nach Platz 8 am Vortag eine weitere Steigerung. Die 23-jährige Engelbergerin kam diesmal ohne groben Fehler durch fuhr dank einem starken Schlussteil zum ersten Mal in einer Speeddisziplin auf das Podest. "Dass es bereits hier in Lake Louise mit dem Abfahrts-Podest klappt, hätte ich nie gedacht, erst recht nicht nach meinem Innenbandanriss kurz vor Sölden", erklärte Gisin überglücklich.

Shiffrin setzte sich in der wegen eines Stromausfalls verspätet gestarteten und verkürzten zweiten Abfahrt 0,13 s vor Viktoria Rebensburg und 0,17 s vor Gisin durch. Die österreichische Vortagessiegerin Cornelia Hütter verpasste den zweiten Podestplatz im kanadischen Resort als Vierte um zwei Hundertstel. Tina Weirather, Zweite am Freitag, folgte auf Platz 5. Ester Ledecka realisierte als Siebte ihr bestes Weltcup-Ergebnis. Die 22-jährige tschechische Snowboard-Weltmeisterin hatte am Donnerstag mit der Trainingsbestzeit aufhorchen lassen.

Shiffrin feierte damit ihren 33. Weltcup-Sieg und stand nun einzig im Super-G noch nie zuoberst auf dem Podest. "Es ist verrückt. Ich hatte während der ganzen Fahrt Sonne, im Gegensatz zu anderen Fahrerinnen, die Nebel hatten. Es war für mich sicher auch ein Vorteil, dass nicht ganz von oben gestartet wurde. Oben ist es eher für Abfahrerinnen geeignet", erklärte Shiffrin gegenüber dem ORF. Angesichts ihrer beiden bisherigen Topfahrten in Lake Louise ist es nicht ausgeschlossen, dass die amerikanische Slalom-Dominatorin diese letzte Lücke schon am Sonntag schliesst. Der Start zum Abschlussrennen der Speed-Trilogie im kanadischen Skiresort ist auf 19.00 Uhr angesetzt.

Hählen Elfte, Gut geschlagen

Zweitbeste Schweizerin war Joana Hählen auf Platz 11. Die 25-jährige Berner Oberländerin realisierte damit ihr bestes Abfahrts-Ergebnis im Weltcup. Lara Gut konnte nach Platz 9 am Vortag erneut nicht mit den Allerschnellsten mithalten. Die Tessinerin belegte zeitgleich mit Anna Veith, die ebenfalls von einem Kreuzbandriss zurückkehrt, den 15. Rang. "Es kam alles zusammen - Fehler meinerseits und ungünstige Bedingungen", befand Gut.

Die 18-fache Lake-Louise-Siegerin Lindsey Vonn wurde Zwölfte. Angesichts ihres schweren Sturzes vom Vortag war es nur schon erstaunlich, die 33-jährige Amerikanerin überhaupt starten konnte.

Ausnahmezustand vor dem Rennen

Das Wetter war für einmal kein grosses Thema. Speziell waren die Bedingungen aber dennoch. Weil ein Stromausfall kurz vor Rennbeginn das komplette Resort lahmlegte, herrschte Ausnahmezustand. Die Organisatoren waren zum Improvisieren gezwungen, es kam zu grossen Verzögerungen. Mit Pistenfahrzeugen und Schneemobilen wurden die Fahrerinnen und Betreuer schliesslich zum Start gebracht. Für die Öffentlichkeit war das Skigebiet geschlossen.

Nur ansatzweise Vergleichbares hatte sich vor knapp zehn Jahren in Cortina abgespielt. Wegen eines Stromausfalls steckten damals am Morgen vor der Abfahrt einige Athletinnen länger auf einem Sessellift fest. Das Rennen konnte aber unter normalen Umständen stattfinden.

Im Februar dieses Jahres kam es an der WM in St. Moritz zu einem Zwischenfall, weil die Luftwaffe bei einer Show ein Tragseil einer Seilbahnkamera durchtrennte. Verzögerungen beim WM-Riesenslalom waren die Folge. In Lake Louise kam es vor zwei Jahren zu Komplikationen, weil nahegelegene Schneekanonen zu Nebelbänken führten. (sda)


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