Deschwanden fliegt in die Top Ten

SKISPRINGEN ⋅ Gregor Deschwanden löst beim Skispringen im russischen Nischni Tagil völlig überraschend das Olympia-Ticket. Der Luzerner belegt nach Flügen auf 137 und 128,5 m den 7. Rang.
Aktualisiert: 
02.12.2017, 20:33
02. Dezember 2017, 18:06

Der 26-Jährige nutzte im ersten Umgang einen hübschen Aufwind und zeigte auch im zweiten Versuch eine ordentliche Leistung. Die Konstanz zählt eigentlich zu Deschwandens Schwächen, selten legt die Nummer 2 im Schweizer Team zwei saubere Wettkampfsprünge in den Hang. Diesmal war es anders. Zweimal jubelte Deschwanden, der nach den Spielen in Sotschi auch in Pyeongchang abheben wird, im Auslauf.

Deschwanden machte somit seinen missratenen Saisonstart vergessen. In Wisla hatte er sich gar nicht für den Wettkampf qualifiziert und vor Wochenfrist in Kuusamo kam bereits nach dem 1. Durchgang das Out. Heute habe ich die guten Voraussetzungen genutzt und meine Chance gepackt", zeigte sich der Luzerner sehr zufrieden.

Der Schweizer egalisierte mit dem Coup sein Karriere-Bestresultat und wird Nischni Tagil wohl zu seiner Lieblingsdestination erklären. Bereits vor zwei Jahren hatte er auf dieser Schanze den 7. Rang belegt. Im Weltcup flog der grossgewachsene Athlet zum fünften Mal in die Top Ten. Er habe gewusst, dass ihm die Schanze liege, auch wenn man in den Trainings und in der Qualifikation nichts davon gemerkt habe. Am Samstag sprang er aber bereits im Probedurchgang in die Top Ten. "Der erste Wettkampfsprung ist mir dann sehr gut gelungen, und auch der Wind war auf meiner Seite."

Ammann wird konstanter

Auch Simon Ammann brachte die Olympia-Qualifikation definitiv unter Dach und Fach. Auf Platz 19 von Kuusamo liess er nun einen 16. Rang folgen. Im Gegensatz zu Deschwanden zählte der Toggenburger gemessen an den Windbedingungen zu den Benachteiligten. Nach seinen Flügen auf 127 und 124,5 m wirkte Ammann aber zufrieden. Wohl auch, weil seine Telemark-Landung nun fast immer gelingt. Die Juroren gaben ihm die Noten 17,5 oder 18.

Killian Peier musste nach Umgang eins als 34. vorzeitig die Segel streichen. Falls die Schweizer Skispringer in Pyeongchang eine Mannschaft stellen wollen, muss noch ein dritter Flieger die Einzel-Qualifikation (2mal Top 20 oder 1mal Top 10) schaffen.

Den Wettkampf gewann Richard Freitag. Ein Überraschungssieger wie Junshiro Kobayashi in Wisla oder Jernej Damjan in Kuusamo ist der Deutsche nicht. Er führt nun auch die Wertung im Gesamtweltcup an. Aber auch Freitag feierte erst seinen sechsten Weltcupsieg.

Für Spektakel sorgten die Norweger Daniel-André Tande und Johann André Forfang auf den Positionen 2 und 3. Tande hievte den Schanzenrekord zunächst auf 141 m, Forfang konterte in der Reprise mit 141,5 m. (sda)


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