Cologna und zwei grosse Abwesende

LANGLAUF ⋅ Der Weltcup-Final der Langläufer in Québec findet von Freitag bis Sonntag ohne die zuletzt dominierenden Männer statt. Die siebenköpfige Schweizer Equipe wird von Dario Cologna angeführt.

17. März 2017, 05:00

Am vergangenen Sonntag tankte Cologna mit seinem Sieg beim 49. Engadin Skimarathon vor der letzten Weltcup-Reise in dieser Saison viel Selbstvertrauen. Der 31-jährige Bündner liegt vor den drei Rennen in Kanada in der Weltcup-Gesamtwertung im 7. Zwischenrang und könnte noch um die eine oder andere Position vorrücken. Interessant wird insbesondere sein, wie sich Cologna am Samstag im Massenstartrennen über 15 km klassisch schlagen wird. An der WM in Lahti verzichtete er auf die Rennen im Diagonalschritt, weil bei ihm zuvor bei Wettkämpfen im klassischen Stil wieder muskuläre Probleme in der Wade aufgetreten waren.

Vor einer Woche sicherte sich Martin Johnsrud Sundby mit dem Prestigeerfolg über 50 km in seiner Heimatstadt Oslo vorzeitig den Gewinn des Gesamtweltcups. Nun wird der Norweger die Rennen in Kanada aus familiären Gründen auslassen. Ebenfalls in Québec-City nicht am Start sein wird der Russe Sergej Ustjugow, der Tour-de-Ski-Sieger und fünffache WM-Medaillengewinner von Lahti. Die Augen der kanadischen Zuschauer sind an den letzten drei Weltcup-Tagen dieser Saison primär jedoch ohnehin auf einen anderen Weltmeister gerichtet: auf den Québécois Alex Harvey, den Goldmedaillen-Gewinner in der Königsdisziplin über 50 km. In seiner Heimat gehört Harvey zum engsten Favoritenkreis für den Gesamtsieg beim Weltcup-Final mit drei Etappen (Skating-Sprint, 15 km klassisch, 15 km Verfolgung in der Skating-Technik). Die Etappensieger erhalten jeweils nur die Hälfte der üblichen 100 Weltcup-Punkte, der Gesamtsieger darf sich am Sonntag dafür die doppelte Punktzahl (200) gutschreiben lassen.

Weng fast uneinholbar voraus

Bei den Frauen ist der Kampf um die grosse Kristallkugel für den Sieg im Gesamtweltcup rechnerisch noch nicht entschieden, angesichts von 300 Punkten Vorsprung auf die Finnin Krista Pärmäkoski wird Heidi Weng der Titel unter normalen Umständen jedoch nicht mehr zu nehmen sein. Für die 25-jährige Tour-de-Ski-Siegerin wird es der erste Gesamtsieg im Weltcup sein. Marit Björgen, die vierfache Weltmeisterin von Lahti, hatte schon Ende Dezember keine Chance mehr auf die grosse Kristallkugel, da sie auf die Tour de Ski verzichtete.

Neben Cologna reisten auch Jonas Baumann, Roman Furger und der Sprint-Spezialist Jovian Hediger nach Kanada. Bei den Frauen ist die Schweiz mit Nadine Fähndrich, Laurien van der Graaff und Nathalie von Siebenthal beim Weltcup-Final vertreten. An Kanada hat Von Siebenthal gute Erinnerungen. Vor einem Jahr erreichte die Berner Oberländerin, die derzeit im Weltcup auf Platz 15 klassiert ist, anlässlich der Ski Tour Canada zwei Top-10-Platzierungen.

Québec-City sprang für die Austragung des Weltcup-Finals für das russische Tjumen ein. Der russische Verband hatte auf Druck des Ski-Weltverbands FIS wegen der im McLaren-Report bekannt gewordenen Dopingverstrickungen die Organisation des Anlasses zurückgegeben. (sda)


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