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Das ewige Staffel-Duell: Schweden - Norwegen

LANGLAUF ⋅ Das Staffel-Rennen der Männer ist für die schwedischen WM-Gastgeber und deren Erzrivalen Norwegen der mit den meisten Emotionen verbundene Wettkampf dieser WM. Für beide Nationen zählt heute nur Gold.

Den 27. Februar 2015 haben sich die Langlauf-Fans in Schweden und Norwegen längst dick in ihrer Agenda markiert. Nie ist ein Sieg gegen den Nachbarn wichtiger als über 4x10 km. Für die Athleten selbst ist ein Triumph in einem Einzelrennen, insbesondere im abschliessenden Fünfziger am Sonntag, freilich prestigeträchtiger. Den Höhepunkt bezüglich Stimmung erleben die nordischen Titelkämpfe jedoch heute (Start 13.30 Uhr), wenn 45'000 vorwiegend schwedische und norwegische Fans ihre Langlauf-Helden zum Staffel-Sieg schreien wollen.

Einen Vorgeschmack auf die zu erwartende "Länderspiel-Atmosphäre" gab es in Falun am vergangenen Samstag anlässlich der Skiathlon-Rennen, für die ebenfalls "ausverkauft" gemeldet worden war. Bereits vier Stunden vor Rennbeginn strömten die skandinavischen Langlauf-Anhänger in Scharen hoch zum Lugnet-Gelände - ausgestattet mit Fahnen, Schals, Hüten, Wikinger-Helmen und Plakaten. Vor dem Eingang zur Arena stauten sich erwartungsfrohe Zuschauer aller Altersklassen, ehe drei Stunden vor Rennstart die Tore (endlich) geöffnet wurden. In den Wäldern rund um die Strecke werden es sich die schwedischen und norwegischen Fans auch heute wieder lange vor Rennstart mit Grill und Bier gemütlich machen.

Rund um das WM-Areal fühlt man sich fast ein wenig an Besuche von Fussballspielen in Barcelona, London, Mailand oder München erinnert. Neben zahlreichen Verpflegungsmöglichkeiten laden diverse Standaktionen die Zuschauermassen zum Zeitvertreib ein. Gelegenheit, noch mehr Farbe für seine Nation zu bekennen, bieten die vielen Fanartikel-Verkaufsstellen.

Nimmt das Rennen den erwarteten Verlauf, werden Schweden und Norwegen den Sieg unter sich ausmachen. Letztmals wurde die norwegische Männer-Staffel an Weltmeisterschaften am 26. Februar 1999 in Ramsau bezwungen, als die gastgebenden Österreicher überraschend Gold errangen. Der letzte WM-Staffel-Sieg eines schwedischen Männer-Quartetts liegt bereits 26 Jahre zurück. Allerdings triumphierte der "Svenska Skidförbundet" an Olympischen Spielen zuletzt zweimal in Folge.

Premiere für Schnider

Der Schweizer Staffel kommt lediglich die Rolle des Aussenseiters zu. An den letzten Weltmeisterschaften im Val di Fiemme resultierte der achtbare 6. Rang, der Rückstand auf die drittplatzierten Russen betrug damals lediglich zehn Sekunden. Vor Jahresfrist in Sotschi erreichte das ohne Dario Cologna angetretene Schweizer Quartett den 7. Olympia-Rang. Den Platz des verletzten Curdin Perl wird Ueli Schnider einnehmen. Der WM-Achte im Sprint kehrte am Mittwoch nach Mittelschweden zurück, nachdem er einige Trainingstage in Davos absolviert hatte. Die übrigen Schweizer Starter neben dem 24-jährigen Staffel-Debütanten aus Luzern sind Jonas Baumann, Dario Cologna und Toni Livers.

Erst einmal an einem Grossanlass endete ein Staffel-Rennen der Männer mit einem Schweizer Podestplatz. 1972 an den Olympischen Winterspielen in Sapporo (Jap) sorgten Alfred Kälin, Albert Giger, Alois Kälin und Edi Hauser für eine faustdicke Überraschung und holten Bronze. Ein ähnlicher Coup ist in Falun freilich nicht zu erwarten. "Vorne wird es ein, zwei Nationen geben, die wegziehen", glaubt der Schweizer Teammanager Christian Flury. "Das Staffel-Rennen ist speziell. Wenn alle vier Athleten einen super Tag haben, ist ein Top-5-Platz für uns möglich." (Si)

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