Olympia-Aus wegen Doping: Ein tauglicher Kompromiss

KOMMENTAR ⋅ Sportredaktor Daniel Good zum Olympia-Aus für Russland.
05. Dezember 2017, 21:52

Der Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen im Februar 2018 ist als positives Zeichen zu werten. Staatlich orchestriertes Doping ist nicht zu tolerieren. Dass russische Sportler unter neutraler Flagge in Südkorea starten dürfen, ist ein tauglicher Kompromiss. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schlägt einem seiner wichtigsten Mitglieder und einem der mächtigsten Länder der Welt die Türe nicht zu und anerkennt die eingeleiteten Massnahmen der Russen im Kampf gegen Doping.

Der Entscheid der 14 Mitglieder der IOC-Exekutive löst das Dopingproblem im Sport freilich nicht. 30 Jahre nach dem Fall Ben Johnson in Seoul, als der kanadische 100-Meter-Olympiasieger 1988 wegen Dopings disqualifiziert und nach Hause geschickt wurde, ist keine Besserung in Sicht, sondern das Gegenteil trifft zu. In der olympischen Kernsportart Leichtathletik gibt es weiterhin zu viele positive Dopingproben.

Immerhin hat das IOC die Anzahl der Dopingkontrollen an 4000 Athleten im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele im Februar 2018 auf 7000 erhöht. Das ist eine Zunahme von rund 50 Prozent. Man fragt sich nur, warum das IOC nicht früher solche Massnahmen ergriffen hat.

Daniel Good

sport@luzernerzeitung.ch


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