Silber für Beat Hefti im Zweierbob

BOB ⋅ Beat Hefti holt im Zweierbob die Silbermedaille. Der 36-jährige Schweizer belegt hinter dem überlegenen Alexander Subkow Platz 2, gut zwei Zehntel vor dem Amerikaner Steven Holcomb.

17. Februar 2014, 19:08

Hefti zeigte zusammen mit seinem Anschieber Alex Baumann am zweiten Tag im "Sanki"-Eiskanal in Krasnaja Poljana eine souveräne Leistung. Mit der zweit- und drittbesten Laufzeit sicherte sich der 36-jährige Appenzeller, der mit nur 0,04 Sekunden Vorsprung auf Platz 3 in den zweiten Wettkampftag gestartet war, ohne Probleme die Silbermedaille. Am Ende betrug Heftis Vorsprung auf den Bronzemedaillen-Gewinner Steven Holcomb aus den USA 0,22 Sekunden. Für Hefti war es die vierte Medaille an Olympischen Spielen, nachdem er 2002 und 2006 als Anschieber insgesamt dreimal Bronze geholt hatte.

  • Hefti zeigte zusammen mit seinem Anschieber Alex Baumann am zweiten Tag im "Sanki"-Eiskanal in Krasnaja Poljana eine souveräne Leistung.
  • Mit der zweit- und drittbesten Laufzeit sicherte sich der 36-jährige Appenzeller, der mit nur 0,04 Sekunden Vorsprung auf Platz 3 in den zweiten Wettkampftag gestartet war, ohne Probleme die Silbermedaille.
  • Mit der zweit- und drittbesten Laufzeit sicherte sich der 36-jährige Appenzeller, der mit nur 0,04 Sekunden Vorsprung auf Platz 3 in den zweiten Wettkampftag gestartet war, ohne Probleme die Silbermedaille.

Beat Hefti gewinnt mit seinem Anschieber Alex Baumann Silber. Die Schweizer mussten sich dem Russen Alexander Subkow geschlagen geben.

Die Goldmedaille lag für das Schweizer Duo ausser Reichweite. Diese ging an den Russen Subkow, der zusammen mit seinem Partner Alexej Wojewoda in allen vier Läufen Bestzeit aufstellte und am Ende 0,66 Sekunden vor Hefti lag. Für den 39-jährigen Subkow, der aus Sibirien stammt, war es die erste Goldmedaille an Olympischen Spielen. 2006 hatte er in Turin Silber im Vierer geholt, vor vier Jahren in Vancouver Bronze im Zweier. Seinen zuvor grössten Titel hatte der vierfache Europameister Subkow 2011 an den Weltmeisterschaften in Königssee im Zweier gefeiert.

Der zweite Schweizer Bob mit Pilot Rico Peter und Bremser Jürg Egger verbesserte sich am zweiten Tag noch auf Platz 10. Am Ende betrug der Rückstand auf einen Diplomplatz 0,11 Sekunden. Ein besseres Ergebnis hatten die beiden im ersten Lauf am Sonntag vergeben, als Peter ein grober Schnitzer unterlaufen war.

Eine herbe Enttäuschung setzte es für Deutschland ab. Erst zum zweiten Mal seit 1964 gewannen die Deutschen mit dem kleinen Schlitten keine Olympia-Medaille. 2002, 2006 und 2010 war der Olympiasieg im Zweier nach Deutschland gegangen. Weltmeister Francesco Friedrich klassierte sich in Sotschi als Bester auf Platz 8. (Si)

Beat Hefti und seine Facette


DER EHRGEIZIGE: Der Schweizer Bob-Sportchef Ivo Rüegg sagt: «Was Beat auszeichnet und von anderen abhebt, ist sicher dieser unbändige Wille, Erfolg zu haben.» Eine professionelle Arbeits-Auffassung wird Hefti von verschiedenen Seiten attestiert. Der Appenzeller, ein Ex-Leichtathlet, war wegen seiner unbändigen Schnellkraft und seinen rund 110 Kilo jahrelang der begehrteste Schweizer Anschieber. Nach drei Olympia-Bronzemedaillen und Vierer-Gold an den Heim-Weltmeisterschaften 2007 wollte er sich aber nicht mehr mit der Rolle des Hintermanns begnügen. Hefti wechselte auf die Position des Steuermanns - und hatte auf Anhieb Erfolg. Bei seinem allerersten Weltcup-Rennen als Pilot im November 2008 in Winterberg (De) trug er gleich den Sieg davon. Dies war in seiner Parade-Disziplin Zweier. Unterdessen sind im Weltcup 14 Siege dazugekommen; 13 im Zweier und einer im Vierer (Dezember 2012 La Plagne). Nun in Sotschi hat Hefti auch seine Podest-Bilanz bei internationalen Grossanlässen aufpolieren können. Im «Sanki»-Eiskanal krönte er eine achtjährige Aufbau-Arbeit mit Silber. Mit diesem Edelmetall erfüllte er sich einen Traum. Silber hatte er auch an den letztjährigen Heim-Weltmeisterschaften in St. Moritz errungen, damals mit dem früheren Standard-Partner Thomas Lamparter.

DER REBELLISCHE: Beat Hefti ist keiner, der mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Wenn ihm etwas nicht passt, sagt er das. Einen Maulkorb lässt er sich nicht verpassen. Er prangert an, dass es mit diesen finanziellen Möglichkeiten, die man in der Schweiz als Bobfahrer hat, nicht einfach ist, um gegen die Besten der Welt zu kämpfen. Einmal hatte er nach einem Sieg gesagt, mit der Prämie für diesen Triumph könne er sich nicht mal ein Glacé kaufen. Vor den Heim-Weltmeisterschaften 2013 ärgerte er sich darüber, dass es den Russen erlaubt war, im Engadin Zusatz-Trainings zu absolvieren. Und mit dem früheren Nationaltrainer Sepp Plozza kam es vor zwei Jahren zum Bruch, nachdem Hefti beim Weltcup in St. Moritz die Teilnahme am Vierer-Rennen erzwungen hatte. Auch mit Plozzas Nachfolger Janis Kipurs und Dominik Scherrer, der das Olympia-Debakel in Vancouver zu verantworten hatte, hatte Hefti das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne. Schon als Anschieber war er mit seiner Direktheit angeeckt. In seinen Anfängen als Anschieber hatte er viele Team-Wechsel vorgenommen.

DER FAMILIENMENSCH: Vor einem Jahr, als Hefti für die Olympia-Hauptprobe in Sotschi weilte, gebar seine Frau Sheena eine zweite Tochter. Auf Amy Lynn folgte Mara Jennifer. Die Familie ist Heftis ganzer Stolz. Er sagt, dass er ein besserer Bobfahrer geworden ist, seit er Vater ist. Hefti wirkt heute ruhiger, abgeklärter und lockerer als früher. Er sagt: «Ich rege mich jetzt viel weniger über Dinge auf, die ich eh nicht ändern oder beeinflussen kann.» Kennengelernt hatte Hefti seine Sheena in der «Horseshoe Bar» in Oberarth SZ, dem Lokal seines einstigen Bob-Partners Martin Annen. Das Paar ist inzwischen in dieser Gegend wohnhaft. Hefti hat angekündigt, dass er seine Karriere noch bis mindestens ins Jahr 2016 fortsetzen möchte. Als Kind hatte Hefti unter einer Hautkrankheit gelitten. Wegen der Pigmentstörung musste er viel Zeit im Spital verbringen. «Deshalb genoss er es danach umso mehr, sich im Freien austoben zu können. Er wollte sich immer beweisen», erinnert sich seine Mutter Ruth.

DER BODENSTÄNDIGE: Hefti war einst in Herisau Jungschwinger bei seinem heutigen Bob-Mechaniker Hansueli Schiess. Den Kontakt zum Sägemehl-Sport hat er nie verloren, auch weil sich immer wieder Schwinger im Eiskanal als Piloten oder Anschieber versucht haben. Am letzten «Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest» in Burgdorf nahm Modellathlet Hefti als Steinstösser teil. Mit 3,48 Metern erreichte er bei den 83-Kilo-Steinen den beachtenswerten 6. Rang. Hefti musste im Elternhaus früh mit anpacken. Er ist gelernter Zimmermann.


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