IOC sperrt fünf weitere Russen

OLYMPISCHE WINTERSPIELE ⋅ Das IOC disqualifiziert fünf weitere russische Sportler wegen Dopingverstössen an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi und sperrt sie lebenslang für Olympia.
Aktualisiert: 
27.11.2017, 23:03
27. November 2017, 20:38

Die nun betroffenen Athleten kommen aus den Sportarten Biathlon, Bob und Skeleton. Im Biathlon gehen Russland nach dem jüngsten Urteil des Internationalen Olympischen Komitees zwei Medaillen verlustig. Olga Wiluchina wurde Olympia-Silber im Sprint aberkannt, wodurch Elisa Gasparin vom 8. auf den 7. Platz vorrücken wird. Zudem war Wiluchina als Schlussläuferin zusammen mit der nun ebenfalls gesperrten Startläuferin Jana Romanowa mit der russischen Staffel Zweite geworden. In diesem Rennen hatte das Schweizer Frauen-Quartett den 9. Rang erreicht.

Im Bob traf es mit Alexej Negodajlo und Dimitri Trunenkow zwei Anschieber des in Sotschi siegreichen Viererbobs von Pilot Alexander Subkow. Dieser war vom IOC bereits drei Tage zuvor ausgeschlossen worden. Im Skeleton wurde nach Olympiasieger Alexander Tretjakow auch der damals fünftklassierte Sergej Tschudinow disqualifiziert.

Der russische Bob-Verband hat die lebenslange Sperre von mehreren Spitzensportlern durch das IOC scharf kritisiert: "Wir können nur wiederholen, dass wir das für die Höhe der Ungerechtigkeit halten. Alles ist nach dem schon bekannten Muster abgelaufen." Die neuen Namen auf der Liste mit Sperren seien vermutlich "leider nicht die letzten", hiess es weiter. Der Verband bereite Material vor, um gerichtlich dagegen vorzugehen.

Insgesamt erhöhte sich die Anzahl für Olympische Spiele gesperrter russischer Athleten wegen der Dopingverstösse in Sotschi auf 19. Russland wurden im Zuge dieser Ermittlungen des IOC bislang elf Medaillen aberkannt, vier davon in Gold. Vor Doppel-Olympiasieger Subkow und Tretjakow hatte dies auch Langläufer Alexander Legkow betroffen.

Das IOC hatte nach den Enthüllungen von Doping-Sonderermittler Richard McLaren im vergangenen Dezember mit den Ermittlungen begonnen. Die Kommission unter Leitung des Neuenburgers Denis Oswald versucht mit "forensischen und analytischen" Methoden zu klären, auf welche Art und Weise russische Sportler in Sotschi betrogen haben könnten. Das Gremium untersucht insgesamt 28 Fälle. (sda)


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