Aarau
Die Pferderennen stellen sich dieses Wochenende der Fussball-Konkurrenz

Nach dem erfolgreichen ersten Renntag hofft der Rennverein auf einen ebenso grossen Besucheraufmarsch diesen Sonntag.

Nadja Rohner
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Der erste Renntag 2022 zog 7100 Menschen an. Damit ist der Rennverein sehr zufrieden. Auch im Vergleich zu den Jahren vor Corona ist es eine gute Zahl, wenn auch weit von früheren Rekorden weg.

Der erste Renntag 2022 zog 7100 Menschen an. Damit ist der Rennverein sehr zufrieden. Auch im Vergleich zu den Jahren vor Corona ist es eine gute Zahl, wenn auch weit von früheren Rekorden weg.

Nadja Rohner

Der Parkplatz im Aarauer Schachen war am letzten Sonntag so voll wie seit Jahren nicht mehr. Die einen zog es bei den fast hochsommerlichen Temperaturen in die Badi, die anderen ein paar hundert Meter weiter auf die Pferderennbahn. Oder dann gleich beides nacheinander.

Der Aargauische Rennverein durfte 7100 Zuschauerinnen und Zuschauer begrüssen. «Damit waren wir sehr zufrieden», sagt Geschäftsführerin Jessica Kessler erfreut. Nur der Wettumsatz lag mit 67'717 Franken (9.50 pro Kopf) eher tief.

Was ist denn überhaupt ein «guter» Renntag? «Bei den Frühlingsrennen rechnen wir mit etwa 6000 Zuschauerinnen und Zuschauern», sagt Geschäftsführerin Jessica Kessler. «Bei den Herbstrennen dann mit 7000 bis 8000.» Das hängt damit zusammen, dass im Herbst die grösseren respektive wichtigeren Rennen stattfinden, was im Übrigen auch die Sponsorensuche jeweils etwas leichter macht.

Konkret werden dann in Aarau die Meisterschaft der Traber und der Grosse Preis der Schweiz – die inoffizielle Schweizer Meisterschaft – im Bereich Hindernisrennen ausgetragen.

Zvg / Aargauer Zeitung

Natürlich ist die Anzahl Zuschauer auch immer vom Wetter abhängig. Zu kalt und vor allem nass sollte es nicht sein, wenn man viel Volk anziehen will, obwohl die Tribüne überdacht ist. Zu heiss ist allerdings auch nicht gut, dann locken andere Sommervergnügen.

Der Rennverein hat der AZ die Statistik ab 2015 zugänglich gemacht. Sie zeigt: Die Besucherzahl lag 2015 bei 30’000 Personen, tauchte dann zwei Jahre auf 25’500, erlebte 2018 wieder einen Anstieg auf 28’000 (obwohl der erste Renntag mit rekordtiefen 4000 Besucher zum Vergessen war) und sank 2019, auch wegen Wetterpech, auf 21'300. 2020 fanden aus bekannten Gründen gar keine Rennen statt, 2021 nur zwei, die – wen wundert es, angesichts der Pandemie – nicht übermässig gut besucht waren.

Auch Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker war am letzten Sonntag am Pferderennen.

Auch Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker war am letzten Sonntag am Pferderennen.

Katja Schlegel / Aargauer Zeitung

Der absolute Rekord-Renntag punkto Besucheraufmarsch war der erste des Jahres 2015, der 17. Mai. «Wie ein Maienkäfer» habe der damalige Rennvereinspräsident Bruno Vogel gestrahlt, hielt Chronist Hermann Rauber fest: «Mit 9500 Zuschauern und einem Wettumsatz von 95'911 Franken stimmte nicht nur das Ambiente, sondern auch die Kasse.» Das macht eine gute Zehnernote pro Kopf.

Ebensoviele Zuschauerinnen und Zuschauer kamen am vierten Renntag 2018, der Wettumsatz lag aber ganz leicht tiefer. Die 100’000-Franken-Marke wird nur selten geknackt. Letztmals am 31. Mai 2015, von 8500 Zuschauern. Die Wetteinsätze werden für die Organisation der Rennen verwendet. «Viel bleibt jeweils nicht übrig», so Kessler.

Für die Rennen diesen Sonntag (22. Mai) sollte das Wetter stimmen. Aber es droht Konkurrenz: Falls der FC Aarau aufsteigt, ist nicht ausgeschlossen, dass eine offizielle Feier am Sonntag stattfindet. Der FC Aarau hält dies absolut geheim. Nicht wenige grosse FCA-Fans sind auch regelmässige Besucher der Pferderennbahn. «Wir haben das diskutiert», sagt Geschäftsführerin Jessica Kessler. «Und wir finden, die Fans sollen doch einfach vor oder nach einer Feier noch bei uns vorbei schauen», fügt sie lachend an.

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