Dauerregen

Aare führt zu viel Wasser für Kraftwerk

Am Montag flossen beim Kraftwerk an der Aare in Aarau ungefähr 700 Kubikmeter pro Sekunde – mehr, als vorgesehen.

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Lieg der Durchfluss über 400 Kubikmetern pro Sekunde, generieren die Wassermengen einen sogenannten Wehrüberfall.

Lieg der Durchfluss über 400 Kubikmetern pro Sekunde, generieren die Wassermengen einen sogenannten Wehrüberfall.

Ueli Wild

Nach mehreren Sturmtiefs wird das Wetter immer noch von feuchter, milder Luft beherrscht. Was sich in den Bergen weiss auftürmt, fällt im Unterland als Regen zu Boden und in die Gewässer. An mehreren Orten im Kanton sind die Flüsse bereits gefährlich hoch angeschwollen und auch in der Region fliesst ein Vielfaches der gewöhnlichen Wassermenge. Beim Kraftwerk der Eniwa AG an der Aare in Aarau fliessen momentan ungefähr 700 Kubikmeter pro Sekunde.

Das ist mehr, als vorgesehen. «Unser Kraftwerk an der Aare ist für einen Wasserdurchfluss von rund 400 Kubikmeter pro Sekunde ausgelegt», sagt Mediensprecherin Sandra Bläuer. Die höheren Wassermengen würden einen sogenannten Wehrüberfall generieren. «Das bedeutet, es ist nicht die gesamte Wassermenge nutzbar.» Doch zu viel Wasser sei für die Produktion von Naturstrom besser als zu wenig. Vor genau einem Jahr herrschte extreme Trockenheit und das Kraftwerk mass einen Durchfluss von zirka 114 Kubikmetern in der Sekunde. Trotz des grossen Durchflusses sei die Situation im Moment jedoch nicht kritisch, sagt Bläuer.

Die Bilder zum Hochwasser im Aargau:

Am Mittwoch noch mässige Hochwassergefahr am Rhein zwischen Koblenz und Basel
25 Bilder
Hochwassergefahr im Aargau (ab 22.01.2018)
Bei der Einmündung Wigger in Aarburg setzten Aare und Regen den Uferweg unter Wasser. Die Feuerwehr Aarburg sperrte das Gebiet ab. Bis zur Holzbrücke fehlten dem Wasser nur noch Zentimeter.
Für den Verkauf bestimmt: Fahrzeuge auf dem Spinnerei-Areal in Rothrist.
Die Feuerwehr Aarburg platzierte Hochwasserblockaden beim «Steiner-Haus».
Hochwasser in Aarburg.
In Vordemwald kam einmal mehr die Hochwasserschutzmassnahme bei der «Unteren Säge» zum Einsatz.
Der Pegelstand der Aare hat über Nacht den Höchststand erreicht.
Aktuell pendelt sich die Aare in der Gefahrenstufe 1 und 2 ein – geringe bis mässige Gefahr.
Zum Schutz vor dem Hochwasser wurden Beaver-Schläuche verlegt.
Äste und Dreck wirbeln am Dienstagmorgen in der Aare bei Brugg.
Beaver-Schläuche schützen die Strassen und Häuser vor dem Hochwasser der Aare.
Die Fähre bei Waldshut (D) fährt nicht mehr auf die Schweizer Seite nach Full.
Der Waldshuter Fährbetrieb wurde wegen Hochwasser eingestellt.
Rheinfelden: Hochwasser an der alten Rheinbrücke und auf dem Inseli.
Rheinfelden: Hochwasser an der alten Rheinbrücke und auf dem Inseli.
Rheinfelden: Hochwasser an der alten Rheinbrücke und auf dem Inseli.
Rheinfelden: Hochwasser an der alten Rheinbrücke und auf dem Inseli.
Im Schachen an der Aare in Brugg haben Zivilschutz und Feuerwehr die Beaver-Schläuche als Schutz gegen das Hochwasser verlegt.
Die Hochwassergefahren-Karte des Bundes vom Montagmorgen.
Das Regionale Führungsorgan (RFO) Brugg hatte für die Verlegung um Unterstützung gebeten.
Am Rheinufer in Wallbach werden die Beaver-Schläuche aufgebaut
Am Rheinufer in Wallbach werden die Beaver-Schläuche aufgebaut
Das war Anfang Januar: Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauen mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.
Auch am Montag, 22. Januar, werden wieder solche mobilen Hochwasserschutz-Elemente eingebaut.

Am Mittwoch noch mässige Hochwassergefahr am Rhein zwischen Koblenz und Basel

Auch kleinere Bäche und Flüsse führen deutlich mehr Wasser. In der vergangenen Woche hat sich die Abflussmenge des Aabachs bei Lenzburg verdreifacht: Während am 16. Januar noch drei Kubikmeter in der Sekunde gemessen wurde, waren es am Montagnachmittag knapp elf. Tendenz steigend. Das gleiche Bild biete sich bei anderen Messstationen in der Region: Die Suhre führt momentan bei Suhr 20 Kubikmeter in der Sekunde. In Muhen hat sie die Strasse nach Kölliken überschwemmt, diese wurde gestern Morgen gesperrt. Ulrich Hunziker, stellvertretender Leiter des Bauamts Muhen hat vor, die Strasse am Dienstagmorgen wieder zu öffnen. «Bis dann soll es nicht mehr regnen», sagt er. Die Köllikerstrasse ist absichtlich tiefergelegt und wird bei Hochwasser überschwemmt. «Das Wasser fliesst über das Land wieder zurück in die Suhre», sagt Hunziker.

Die Bünz bei Othmarsingen hat ebenfalls um ein Mehrfaches an Volumen gewonnen, von knapp zwei Kubikmetern pro Sekunde vor einer Woche ist sie auf fast das Zehnfache angeschwollen. Nicht ganz so viel mehr, aber trotzdem eine beträchtliche Menge fliesst bei der Uerke in Holziken: Während vor einer Woche noch knapp ein halber Kubikmeter in der Sekunde gemessen wurde, waren es gestern schon mehr als sechseinhalb Kubikmeter. (jgl)