Aarau

Büsi bringt sich in ausweglose Situation – Feuerwehr rettet es mit dem Boot

Die Feuerwehr Aarau hatte am Montagnachmittag einen höchst ungewöhnlichen Einsatz: Sie rettete ein Büsi von der Unterseite des Zurlinden-Stegs.

Nadja Rohner
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Passanten hörten von der Unterseite des Zurlinden-Stegs ein lautes Miauen.
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Die Katze war über die Rohre unter der Brücke bis in die Mitte gelaufen. Dort, bei einem Pfeiler, sprang sie auf einen Zwischenboden und kam weder vor noch zurück.
Die Feuerwehr Aarau arbeitete für die Rettung mit der Axpo zusammen, die beim nahen Kraftwerk Rüchlig bereits ein Boot im Wasser hatte.
Kommandant David Bürge hatte von zu Hause Katzenfutter mitgebracht, das vom hungrigen Tier sofort verschlungen wurde.
Wem gehört diese Katze?

Passanten hörten von der Unterseite des Zurlinden-Stegs ein lautes Miauen.

Feuerwehr Aarau

«Passanten haben ein Miauen gehört, die Katze unter der Brücke entdeckt und die kantonale Notrufzentrale informiert», sagt David Bürge, Kommandant der Feuerwehr Aarau. Normalerweise sei er mit Katzenrettungen zurückhaltend – sie kämen in den allermeisten Fällen selber wieder runter, wenn sie zum Beispiel auf einen Baum steigen. «In diesem Fall hat sich die Katze aber in eine ausweglose Situation gebracht. Sie war über Leitungen unterhalb der Brücke bis in die Mitte gelaufen und dann auf einen Zwischenboden gesprungen, von dem sie nicht mehr wegkam.»

Schnell sei klar geworden, dass man die Katze am besten vom Wasser aus in Sicherheit bringt. Die Feuerwehr Aarau hat zwar ein Boot, schneller ging es jedoch dank der Hilfe der Axpo, die beim nahen Kraftwerk Rüchlig bereits ein Boot im Wasser hatte. Ein erster Versuch, der Katze die orange Rettungswanne entgegenzustrecken, scheiterte: Statt aufzuspringen zog sich das verängstigte Tier weiter in die Brücke zurück. Also blieb nur die Leiter – zum Glück sei die Aare an dieser Stelle nur etwa einen Meter tief, sodass die Leiter im Flussgrund gestellt werden konnte, so der Kommandant. Die Rettung verlief danach problemlos. Wie lange das Büsi schon in seiner misslichen Lage verharrt hatte, kann David Bürge nicht sagen. «Sie war aber extrem hungrig und hat das Futter, das ich von zu Hause mitgebracht hatte, verschlungen.» Danach wurde das Büsi freigelassen, in der Hoffnung, dass es seinen Heimweg findet. Wem die zutrauliche Katze gehört, ist unklar, man habe nicht geprüft, ob sie gechipt sei, sagt der Kommandant. «Die Besitzer dürfen sich aber gerne bei uns melden.»

Katzenrettungen kommen bei der Feuerwehr seltener vor, als man meinen könnte. In Aarau war es die erste seit über einem Jahr.