Aarau

Den Aarauer Reformierten fehlen Steuergelder

Die Rechnung der Reformierten Kirchgemeinde Aarau schliesst auch 2014 positiv ab. Ein Wermutstropfen ist der Einbruch bei den Steuereinnahmen.

Ueli Wild
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Wolken über der Reformierten Kirchgemeinde Aarau: der Einbruch beim Steuerertrag vermiest die an sich gute Rechnung 2014.

Wolken über der Reformierten Kirchgemeinde Aarau: der Einbruch beim Steuerertrag vermiest die an sich gute Rechnung 2014.

Chris Iseli/AZ

Bei den ordentlichen Steuereinnahmen (Kirchgemeinde-, Quellen- sowie Nach- und Strafsteuern) der Reformierten Kirchgemeinde Aarau war gegenüber 2013 ein Rückgang von rund 87 300 Franken zu verzeichnen. Gegenüber den budgetierten Erträgen resultiert ein Minderertrag von 136 700 Franken. Nachzulesen in der Einladung zur Kirchgemeindeversammlung von morgen Mittwoch. «Im ersten Moment waren wir sehr alarmiert», sagt dazu Kirchgemeindepräsident Frank Gantner. «Inzwischen haben wir uns halbwegs beruhigt.» Es sei aber schwierig, kurzfristig zu sagen, woher die Ausfälle kämen. «Möglicherweise ist es einfach ein Trend.» Jedenfalls sehe es zum Beispiel bei der Einwohnergemeinde ähnlich aus. An den Kirchenaustritten liege es nicht unbedingt. Die Kirchgemeinde verliert nach Gantners Angaben seit zehn Jahren im Schnitt jährlich rund 100 Mitglieder. Da komme es natürlich auch darauf an, wie steuerkräftig die Austretenden seien.

Für Gantner ist es durchaus denkbar, dass die Steuerzahlen auch in den kommenden Jahren stagnieren oder gar rückläufig sein werden. Für die Kirchenpflege sei jedoch klar, «dass wir nicht einfach beim Personal sparen.» Vorgesehen ist die Anwendung eines andern Rezepts: «Wir werden sehr zurückhaltend budgetieren.»

Mit dem Ertragsüberschuss von gut 11 000 Franken wurde trotz allem das Eigenkapital gestärkt. Um das von der Reformierten Landeskirche Aargau empfohlene Eigenkapital von 40 Prozent des jährlichen Steuerertrags zu erreichen, müssen in den nächsten Jahren positive Ergebnisse in der gleichen Art verbucht werden.

Neben der Rechnung stehen drei Wahlgeschäfte auf der Traktandenliste der Kirchgemeindeversammlung. Die Kirchenpflege schlägt jeweils eine Kandidatin vor. Doch Frank Gantner betont: «Es handelt sich um offene Wahlen. Es sind auch Kandidaturen aus der Versammlung heraus möglich.»

Zunächst gilt es, ein Mitglied der Kirchenpflege für den Rest der Amtsperiode 2015–2018 zu wählen. Letzten Herbst, bei der Wahl an der Urne, gab es eine Vakanz, respektive die Kandidatur der nun zur Wahl empfohlene Margrit Schärer kam ein wenig spät, wie Gantner erklärt. Neuwahlen seien aber jetzt auch an der Kirchgemeindeversammlung möglich.

Weiter beantragt die Kirchenpflege der Versammlung, Dagmar Bujack für den Rest der laufenden Amtsperiode 2015–2018 als Mitglied der Synode zu wählen. Zum Zeitpunkt der Wahlen für die Synode wohnte die neue Aarauer Pfarrerin Bujack noch in Bülach und war noch nicht wählbar, da für die Aargauer Synode Wohnsitzpflicht gilt. Das ist laut Gantner der Grund dafür, dass die Wahl erst jetzt und von der Kirchgemeindeversammlung vorgenommen wird.

Da der bisherige Amtsträger im März verstorben ist, haben die Aarauer Reformierten auch eine Ersatzwahl in die Synode vorzunehmen. Vorgeschlagen ist Christine Nöthiger-Strahm.