Region Aarau

«Der schönere Sommer als 2003»: Ein Badmeister zieht Bilanz

Wegen des kühleren Junis gab es keine neue Rekordfrequenz. Badmeister Georges Hächler von der Badi Rupperswil-Auenstein zieht Bilanz.

Urs Helbling
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Zeit zum Zurücklehnen? Nein. Auch am Freitag kamen noch gegen 100 Schwimmer zu Georges Hächler in Rupperswil-Auenstein.

Zeit zum Zurücklehnen? Nein. Auch am Freitag kamen noch gegen 100 Schwimmer zu Georges Hächler in Rupperswil-Auenstein.

Urs Helbling

In Möriken-Wildegg und in Aarau haben die Badis ihre Saisons verlängert. Bis zum Samstag, 22. September, respektive Sonntag, 23. September. Die Badi Rupperswil-Auenstein verzichtet auf eine Verlängerung und schliesst morgen Sonntag. «Die Verhältnisse wären sensationell, aber der weitere Betrieb würde sich nicht rechnen», erklärt Badmeister Georges Hächler. Für ihn geht die 37. Saison zu Ende. Frequenzmässig kam sie nicht an den Rekordsommer 2003 heran. «Damals hatten wir im Juni fast jeden Tag über 30 Grad», erinnert sich Hächler. Es seien in diesem Monat 22'000 Personen gekommen. Dieses Jahr waren es im Juni 10'463 Personen. Im ganzen Sommer gut 51'000 (bis morgen Sonntag kommen noch einige hundert) – um die 8000 weniger als 2003.

Einnahmemässig war 2018 aber besser als 2003 – die Eintrittspreise sind zwischenzeitlich gestiegen. Und überhaupt ist Georges Hächler hoch zufrieden: «Von mir aus hatten wir den schöneren Sommer als 2003 – er ging einfach erst im Juli los. Zusammen mit seiner Stellvertreterin Christine Schuster hat er es auch geschafft, dass der Rasen die Hitze- und Trockenperiode einigermassen unbeschadet überstanden hat. Allerdings musste dafür stark gewässert werden. «Der Rasen ist in einem super Zustand», freut sich Hächler.

Die AZ berichtete bereits Mitte April über die Badeanstalt Rupperswil-Auenstein. Sie gehörte zu den ganz wenigen Aargauer Schwimmbädern, die die überdurchschnittliche Frühlingswärme optimal ausnutzen konnten. Dank der Wärme aus dem benachbarten Kraftwerk (siehe Text unten). Der Sonntag am Eröffnungswochenende war mit registrierten 1179 Eintritten der drittbeste Tag der ganzen Saison – nur geschlagen durch die jeweils ersten Sonntage im Juli und im August.

Was macht der Badmeister jetzt an den ersten Tagen nach Saisonschluss? «Aufräumen, Bäume schneiden, lauben», erklärt Georges Hächler. Gegen Ende Oktober gibt es dann die wohlverdienten Ferien – Hächler fliegt auf die Kanaren.

Die traumhafte Saison war streng. Die Sonne hat Arbeit geschaffen. Die Festangestellten mussten Überstunden leisten und die Aushilfen konnten häufiger aufgeboten werden.

Kühleres Wasser wegen Panne im Kraftwerk

In Möriken-Wildegg wird die Badi mit Abwärme aus dem Zementwerk geheizt. In Rupperswil-Auenstein stammt die Wärme aus dem benachbarten Aare-Kraftwerk – wenn dieses nicht gerade eine Panne hat.

Das ist seit etwa anderthalb Monaten der Fall. Die SBB-Turbine läuft nicht. Deshalb war das Wasser am Freitag in der Badi statt 25 nur 23 Grad warm.

Das Kraftwerk hat zwei Turbinen. Diejenige der Axpo ist luftgekühlt, diejenige der SBB mit Wasser. Mit Grundwasser (Flusswasser wäre zu schmutzig). Dieses Wasser hat eine Temperatur zwischen 27 und 38 Grad, wenn es die Badi erreicht.

Das Aarekraftwerk Rupperswil-Auenstein steht gemäss Insidern vor grossen Veränderungen. Die Axpo habe ihren Anteil per 2020 an die SBB verkauft. Eine offizielle Bestätigung gibts dafür nicht.