Aarau
Diese jungen Damen haben die Copacabana gegen das Gais Center getauscht

Für die SRF-Sendung «Jobtausch» haben zwei Brasilianerinnen mit zwei Schweizerinnen den Arbeitsort getauscht. Sie landeten ausgerechnet Gais Center in Aarau.

Daniel Vizentini
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Die brasilianischen Schwestern Mariana und Marina Miranda (v.l.) kamen nach Aarau.
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Sabine Tanner e Kristina Ivanovic (v.l.) gingen dafür nach Rio.
Der zweifache Kickbox-Weltmeister Enver Sljivar liess sich eine Bräunungsdusche unterziehen.
SRF-Sendung «Jobtausch» zu Gast in Aarau und Rio de Janeiro
Das Kamerateam begleitete die jungen Damen auf Schritt und Tritt.
Den Aarauer Schönheitssalon «All-in-one Beauty» führt Daniela Heric seit Eröffung des Gais Centers vor sechs Jahren.
Sabine Tanner e Kristina Ivanovic (v.l.) verbrachten in Rio ebenfalls eine gute Zeit.

Die brasilianischen Schwestern Mariana und Marina Miranda (v.l.) kamen nach Aarau.

AZ

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Doch keine «Gaisterstimmung» im Gais Center? Auch wenn es nach wie vor nicht zu den meistfrequentierten Einkaufszentren der Region gehört: In einem der Geschäfte lief in den letzten Tagen ziemlich viel.

Vier Tage lang filmte ein Fernsehteam des Schweizer Fernsehens SRF im Salon «All-in-one Beauty» einen Teil der neuen Staffel der Sendung «Jobtausch», in der zwei Schweizer ihre Arbeitsstelle mit zwei Kollegen aus einem anderen Land tauschen.

«Wir wurden vom SRF angefragt, weil wir viele verschiedene Behandlungen anbieten», sagt Inhaberin Daniela Heric. Dass im selben Salon Kosmetik, Maniküre und Coiffure angeboten würden, sei eher selten. Das «All-in-one Beauty» sei deshalb einer der Läden, der noch am besten laufe im Gais Center.

So gingen die Aarauerinnen Sabine Tanner und Kristina Ivanovic für ein paar Tage im Schönheitssalon «Iná Cabeleireiros» in Brasilien arbeiten, in einer langgezogenen Einkaufsgalerie an der Copacabana – so in etwa das Gais Center von Rio de Janeiro, einfach mit mehr Läden. Währenddessen kamen die Schwestern Marina und Mariana Miranda, die im Salon in Rio arbeiten, nach Aarau.

«Eines Tages kam einfach ein Typ vorbei und fragte: Hey, wollt ihr in der Schweiz bei einer Fernsehsendung mitmachen?», erzählt Marina. Beide sagten sofort zu. Letzte Woche hat je ein Kamerateam die beiden Schweizerinnen in Rio und die Brasilianerinnen in Aarau begleitet.

In einer Szene am Freitagmorgen zum Beispiel wurde den Brasilianerinnen eine schwierige Kundin vorgeführt, die mit ihren soeben behandelten Fingernägeln nicht zufrieden war. Inhaberin Daniela Heric musste vor der Kamera die böse Chefin spielen. «Ihr müsst jetzt sofort den Nagellack wegmachen. Die Kundin muss zurück zur Arbeit und hat nur noch zwei Minuten Zeit.»

Während Marina und Mariana taten, was ihnen befohlen wurde, kam Daniela Heric hinter die Kamera und verriet: «Eigentlich bin ich gar nicht so. Ich würde die beiden jetzt am liebsten umarmen.»

Im kurzen Interview nach dem Dreh erklärten beide Brasilianerinnen dann: «Bei uns entfernen wir bei einer Maniküre die Nagelhaut, in der Schweiz anscheinend nicht. Das haben wir nicht gewusst», sagt die jüngere Schwester Mariana (19). «Hier tragen auch viel mehr Frauen falsche Fingernägel. In Brasilien ist das nicht so.» Marina (23) hingegen gab sich gelassen: «Solche Dinge können passieren, alles okay.»

«Jetzt bist du so braun wie wir»

In der nächsten Szene durften die beiden dem zweifachen Kickbox-Weltmeister Enver Sljivar eine Bräunungsdusche verpassen. Mit einer Spritzpistole sprühten Marina und Mariana eine Bräunungslotion auf die Haut des muskulösen Mannes. Vor den Kameras gaben sich die beiden Brasilianerinnen begeistert von den körperlichen Attributen ihres Gegenübers – auf Bitte des Filmteams etwas übertrieben. Enver Sljivar liess seine Muskeln spielen, die jungen Damen kicherten und himmelten ihn an. Am Schluss hob er seine Unterhose ein wenig und zeigte den Bräunungsunterschied. Marina legte dann ihren naturbraunen Arm neben ihm und sagte: «Schau, jetzt bist du so braun wie wir.»

Es war das erste Mal, dass die brasilianischen Schwestern eine Bräunungsdusche vollzogen. «In unserem Salon hatten wir mal ein solches Gerät, aber niemand war daran interessiert. In Rio gehen die Menschen für die Bräune an den Strand», sagte Mariana. Vor laufender Kamera fügte sie dann humorvoll hinzu: «Wenn der Kunde so gut aussieht wie er, dann würde ich das natürlich den ganzen Tag lang machen wollen.» Überhaupt seien für sie alle Menschen schön in der Schweiz, Männer wie Frauen. «Auch die Strassen sind alle sauber und es gibt keine überhängenden Verkabelungen wie in Rio.» Die Natur hingegen mit grünen Hügeln und viel Wasser sei derjenigen von Rio erstaunlich ähnlich. Den Vergleich gibts ab Mitte Oktober auf SRF 1: Dann wird die neue «Jobtausch»-Staffel gezeigt.