Kreisschulfusion

Dieses Komitee will keine Kreisschule Aarau-Buchs

Die Gegnerschaft der Kreisschul-Fusion Aarau-Buchs zeigt ihr Gesicht und wirbt für ein Nein am 21. Mai.

Nadja Rohner
Drucken
Teilen
Nein-Komitee zur Kreisschulfusion Aarau-Buchs

Nein-Komitee zur Kreisschulfusion Aarau-Buchs

Das Büsi auf dem Plakat schaut grimmig. Und grimmig-entschlossen sind auch die Gegner der Kreisschul-Fusion Aarau-Buchs; die Urheber des Katze-im-Sack-Plakats, das bald an Aarauer Kandelabern hängen wird. «Zusammenarbeit Ja, Kreisschule Aarau-Buchs Nein», lautet ihre Botschaft. Statt eine grosse Kreisschule wollen sie zwei separate Gemeindeschulen, die auf vertraglicher Basis zusammenarbeiten.

Gewichtige Gegner

Aus beiden Gemeinden haben sich diejenigen zusammengeschlossen, die am 21. Mai ein Nein in die Urne legen werden. Es sind ehemalige und aktive Einwohnerräte, Lehrer, Schulpfleger, Schulleiter. Präsident des Komitees ist Peter Roschi (Lehrer, CVP-Einwohnerrat, Aarau), als Vize fungiert Lehrerkollege Michael Wittwer. Dabei ist etwa auch Hans Hartmann, SVP-Fraktionschef im Buchser Einwohnerrat. Oder Daniel Mettauer, bis letzten Sommer Schulleiter Gönhard/Schachen. Nein zur Kreisschulfusion sagen auch gewichtige Organisationen: der Aarauer LehrerInnenkonvent, die Lehrpersonen Buchs, der Elternbeirat Aarau, die Schulleitungen beider Gemeinden sowie die Schulpflege Aarau.

Hinzu kommt eine «Gruppe besorgter Eltern» aus Aarau, Rohr und Buchs. Sie hat ein eigenes Plakat entworfen: «Luege, Lose, Ablehne». Wer genau hinter der Gruppierung steckt, ist unklar, als Ansprechperson tritt der Aarauer FDP-Schulpfleger Marius Stadtherr auf.

An der Pressekonferenz vom Freitag trat das Nein-Komitee erstmals öffentlich auf. Lange hatte es sich nur im Hintergrund betätigt – und tut es zum Teil noch heute. So haben die Buchser Lehrer zwar ein eigenes Plakat, das den Aarauer Stadtadler zeigt, wie er seine überdimensionierten Krallen nach dem Buchser Wappen ausstreckt. Aber öffentlich hinstehen wollen sie nicht. «Sie haben wahnsinnige Angst, dass sie dadurch ihren Job verlieren», erklärt Peter Roschi. Und weiter: «Wir setzen uns seit vielen Jahren mit Engagement für Kinder und Jugendliche von Aarau und Buchs ein und fühlen uns mitverantwortlich für die künftige Entwicklung unserer Schulen.Wir sehen weder pädagogische noch finanzielle Vorteile einer Fusion, sondern befürchten negative Auswirkungen für beide Bereiche.» Die Hauptkritik an der Vorlage fasste Lehrer Hans-Paul Müller mit «Nicht zu Ende gedacht» zusammen. Das Komitee stört sich daran, dass viele Details erst nach der Abstimmung geklärt werden sollen. Zum Beispiel Anstellungsbedingungen der Musiklehrpersonen und der Schulsozialarbeit sowie das künftige Angebot der Freifächer und der Musikschule, welches an beiden Schulen unterschiedlich ist.Man befürchtet grössere Klassen, ein anonymes Schulgebilde mit schwerfälliger Organisationsstruktur. Es steht die Angst im Raum, dass selbst auf Primarstufe «etliche Schüler nicht mehr in ihrem Quartierschulhaus zur Schule gehen können». Und die «besorgten Eltern» geben zu bedenken, dass Maienzug und Bachfischet kaum mit allen 3000 Schülern stattfinden könnten, und dass deshalb Aarauer Kinder auf die Traditionsanlässe verzichten müssten, wenn sie in Buchs eingeschult würden. Ein Kritikpunkt ist auch, dass die Schulpflege künftig nicht mehr vom Volk gewählt wird, sondern vom Kreisschulrat. Man befürchtet einen Demokratieverlust.

Aarauer Schüler nach Küttigen?

«Nicht zu Ende gedacht» bezieht sich aber auch darauf, dass zu wenig regional gedacht werde, führt das Komitee aus. Zum Beispiel fehle eine Strategie, wie man damit umgehe, dass Küttigen seine Oberstufe verlieren werde. «Dann stehen auf Stock zwei Schulhäuser leer. Was spricht denn dagegen, dass wir Kinder aus dem Scheibenschachen dort unterrichten lassen?»

Störend findet das Komitee auch, dass eine Kreisschule ausgerechnet mit einer Gemeinde gebildet werden soll, die dem «Zukunftsraum Aarau» den Rücken gekehrt hat. Die Buchser im Komitee sagen: «Der Gemeinde- und der Einwohnerrat haben das Gespür für das Volk völlig verloren. Laut einer Umfrage wollen drei Viertel der Buchser keine Fusion mit Aarau. Das gilt auch für die Schule.»