Unterentfelden

Ein Designer aus Unterenetfelden erobert die Welt der Gamer

Markus Rossé verdient sein Geld damit, Spiele für Handys zu entwickeln. Nun nimmt er an der grössten Schweizer Werkschau für neue Medien teil.

DAVID EGGER
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Der 28-jährige Markus Rossé aus Unterentfelden hat mit «Cosmic Vagabond» einen interaktiven Animationsfilm entworfen. (Symbolbild)

Der 28-jährige Markus Rossé aus Unterentfelden hat mit «Cosmic Vagabond» einen interaktiven Animationsfilm entworfen. (Symbolbild)

Keystone

Es ist eine Szene aus der Zukunft, in einem dunklen Land mit totalitärem Regime: Ein polizeilich gesuchter Kriegsheld säuft sich in einem Pub die Birne voll. Plötzlich brechen zwei Ordnungshüter des totalitären Regimes die Türe auf. Es folgt eine heftige Prügelei.

Die Szene spielt in «Cosmic Vagabond», einem interaktiven Animationsfilm, dessen Ablauf der Zuschauer mittels Joystick mitbestimmt. Entworfen hat «Cosmic Vagabond» der 28-jährige Markus Rossé aus Unterentfelden. Es handelt sich dabei um seine Bachelor-Arbeit, mit der er letzten Sommer sein Produkt- und Industriedesign-Studium mit Vertiefung in Game-Design an der Zürcher Hochschule der Künste abschloss.

Markus Rossé stellt sein Werk «Cosmic Vagabond» an der «Grafik15» aus.

Markus Rossé stellt sein Werk «Cosmic Vagabond» an der «Grafik15» aus.

ZVG

Eineinhalb Monate hat er vollzeitlich an «Cosmic Vagabond» gearbeitet. «Ich freue mich, dass ich mein Werk nun an der ‹Grafik15› vorstellen darf», sagt Rossé. Die «Grafik15» ist die grösste Schweizer Werkschau für neue Medien und findet dieses Wochenende in Zürich statt.

Die Teilnahme an dieser Messe mit 160 Ausstellern ist nicht Rossés einziger Erfolg: Das Spiel «Elarooh» für Apple- und Android-Geräte, das Rossé zusammen mit vier Studenten über ein Jahr lang entwarf, wurde inzwischen über 4000-mal verkauft. Mehr als ein Trinkgeld blieb für Rossé aber nicht übrig; rund 200 Franken hat er damit verdient. Den nur schon Apple war mit 30 Prozent am Erlös beteiligt. Ab April kommt Rossé aber definitiv im Game-Design-Geschäft an und verdient sich damit seinen Lebensunterhalt: Die Spielentwicklungsfirma Gbanga in Zürich hat ihn als Grafiker, Animator und technischen Künstler unter Vertrag genommen. Gbanga entwickelt Spiele für Mobiltelefone und Tablets.

«Mir fehlte das Künstlerische»

Ursprünglich hat Rossé am Paul-Scherrer-Institut in Villigen eine Lehre als Physiklaborant gemacht, wo er Experimente im Bereich Neutronenradiografie durchführte. «Die Arbeit als Physiklaborant gefiel mir zwar. Aber mir fehlte dabei das Künstlerische, der kreative Teil», sagt Rossé. Nun hat er gefunden, was er suchte.

Die «Grafik15» hat bis Sonntag geöffnet. Jeweils von 11 bis 20 Uhr in der Maag-Halle an der Hardstrasse 219 in Zürich.