Aarau

«Erfüllt ihre Anforderungen»: Der Stadtrat will Markthalle nicht abbrechen

Warum die Stadt am Bauwerk auf dem Färberplatz festhält – und wie viel es kostet, einen Windschutz aufzustellen.

Nadja Rohner
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Die Markthalle in Aarau

Die Markthalle in Aarau

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Einwohnerrat Peter Roschi (CVP) hatte ein populäres Thema angeschnitten, als er im April eine Anfrage zur Markthalle einreichte. Denn er sprach an, worüber sich schon viele gewundert oder geärgert hatten: «An Anlässen wie Musig i de Altstadt, dem MAG oder dem Kerzenziehen müssen jeweils Zelte in der Markthalle aufgestellt werden, da die Halle nur ungenügend Schutz gegen Wind und Regen bietet.» Ob es denn eine Möglichkeit gebe, dem Problem Herr zu werden, wollte Roschi wissen. Die Antwort des Stadtrats: Ja, die gibt es. «Das Stadtbauamt lagert einen Windschutz, der bei Bedarf bestellt werden kann.» Aber: «Die Montage ist aufwendig und kann nur mit einer Hebebühne vorgenommen werden. Daher belaufen sich die Kosten für Montage und Demontage auf etwa 3500 bis 4500 Franken.» Zahlen müssen das die Markthallen-Mieter. Frieren müssen sie aber weiterhin, denn die Abdeckung bietet Schutz gegen Wind, nicht aber gegen Kälte.

2004 reichte Pro Aarau eine Motion für die bessere Nutzung der Halle ein. Der Stadtrat liess mehrere Varianten prüfen: Eine Innenverglasung war wegen der Statik unmöglich, eine Heizung unverhältnismässig teuer, und auch eine Lösung mit aufziehbaren Rollos, die vor Regen und Zugluft schützen könnte, würde mit 400 000 Franken zu Buche schlagen. Auf Antrag des Stadtrats verzichtete der Einwohnerrat.

«Halle erfüllt Anforderungen»

Peter Roschi hatte den Stadtrat gefragt, ob er sich vorstellen könne, die Markthalle wieder abzubrechen. Dieser sieht dazu aber keinen Grund und verweist auf die Botschaft, mit welcher beim Einwohnerrat anno 1997 ein Verpflichtungskredit über 2,2 Mio. Franken beantragt wurde. Man habe eine Markthalle gewollt, die «möglichst viele altstadtgerechte, belebende Nutzungen» ermögliche. «Im Vordergrund standen dabei Märkte, Ausstellungen, Velobörse, Kleintheater, Konzerte und Zirkusse, Filmvorführungen, Jugendanlässe und Verkaufsaktionen», so der Stadtrat weiter. «Die Markthalle erfüllt weitgehend die an sie gestellten Anforderungen bezüglich Städtebau und Nutzung.» Zudem werde «die gestalterische Wirkung der Markthalle von Fachleuten überwiegend positiv beurteilt», weshalb sie auch «verschiedentlich ausgezeichnet» worden sei.

So oft wird die Halle gemietet

Die Antwort des Stadtrats zeigt, dass die Markthalle an etwa 170 Tagen im Jahr von durchschnittlich rund 35 verschiedenen Gesuchstellern genutzt wird. Die Stadt rechnet in diesem Jahr aufgrund der Reservationen mit Mieteinnahmen von etwa 11 000 Franken plus 1800 Franken Bearbeitungsgebühren.

Dem gegenüber stehen die Kosten für Unterhalt und Administration – sie betragen im Schnitt jährlich 19 500 Franken. Die jährlichen Abschreibungen betragen 76 500 Franken (auf 35 Jahre).