Aarau

Feuchtgebiet und Bucht – so soll das neue Aareufer aussehen

Kommt das Referendum zustande, entscheidet das Volk über die Aareraum-Neugestaltung. Diese sieht vor, den Mühlematt-Parkplatz aufzuheben und zu einem Feuchtgebiet umzuwandeln. Platz für die Schwanbar soll aber weiterhin sein.

Katja Schlegel
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Diese Zukunftsvision des Aareufers verschwindet nun in einer Schublade im Rathaus.

Diese Zukunftsvision des Aareufers verschwindet nun in einer Schublade im Rathaus.

zvg/Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

Die Umgestaltung des Aareraums Ost wird vielleicht zur Volkssache. Ein bürgerliches Komitee sammelt Unterschriften für ein Referendum gegen den Entscheid des Einwohnerrates. Dieser hatte den Kredit von 3,6 Millionen Franken mit 23 Ja- zu 20 Nein-Stimmen gutgeheissen. Doch was ist am Ufer unterhalb der Kettenbrücke überhaupt geplant?

Der Stadtrat hat dem Einwohnerrat dazu einen mehrseitigen Bericht vorgelegt. Grob zusammengefasst: Aus dem Mühlematt-Parkplatz wird ein Feuchtgebiet, die sogenannte «Stadtaue». Hier soll auch während der Sommermonate die Schwanbar mitsamt temporärer Toilettenanlage aufgestellt werden.

Zum Fluss hin wird das Ufer aufgeschüttet und – wo heute die grosse Wiese ist – wie eine Bucht zum Wasser hin abfallen, die sich je nach Wasserstand und Jahreszeit anders präsentieren wird.

Platane wird nicht gefällt

Der Philosophenweg führt nicht mehr direkt dem Ufer entlang, sondern zieht sich in einem Bogen zur Mühlemattstrasse hin und mündet bei der markanten Platane auf Höhe der Liegenschaft Mühlemattstrasse 69-73 wieder in den bestehenden Weg. Weil die Platane in den Weg hineinwächst, wird dieser uferseitig verbreitert.

Entlang der Mühlemattstrasse wird ein Lärmschutzwall aufgeschüttet. Der vorhandene Gehölz- und Baumbestand soll ausgelichtet oder – soweit ökologisch und baumpflegerisch sinnvoll – erhalten oder ergänzt werden.

«Situation wird umgekrempelt»

Zur Aufhebung des Mühlematt-Parkplatzes mit 34 Feldern hält der Stadtrat im Bericht fest, dass ohne diesen Platz der Grossteil der Projektbestandteile nicht realisierbar wäre. Mit den Parkplätzen im Bereich des Brückenkopfes und dem neuen Kasernenparking stehen laut Stadtrat aber genügend Parkiermöglichkeiten im Umfeld des Aareraums zur Verfügung. Dem widerspricht das Referendums-Komitee; die Aufhebung schade dem städtischen Gewerbe – nebst dem Hauptargument, dass eine solche Investition in Zeiten von Sparbemühungen nicht passe.

Auch in der Bevölkerung stösst das Projekt auf Kritik. Leser Erich Niklaus beispielsweise schreibt (Leserbrief rechts): «Das Projekt zur Aufwertung des Aareraums Ost verbessert die Situation nicht, sondern krempelt sie völlig um.»