Buchs
Für die Senioren ist jetzt fast alles anders

Die Bewohner des Alterszentrums Suhrhard leben neu alle in Zimmern mit modernen Nasszellen und essen nicht mehr in einem zentralen Speisesaal, sondern auf der Etage in ihrer Wohngruppe.

Urs Helbling
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«Transformationsprozess war wirklich nötig»: Präsidentin Monika Fehlmann (l.) und Geschäftsführerin Ursula Baumann.

«Transformationsprozess war wirklich nötig»: Präsidentin Monika Fehlmann (l.) und Geschäftsführerin Ursula Baumann.

Urs Helbling

«Es gefällt und funktioniert.» Das sagte Ursula Baumann, Geschäftsführerin des Alterszentrums Suhrhard (AZS) am Samstag an der offiziellen Einweihung des 45-Millionen-Projektes. Der Transformationsprozess vom klassischen Altersheim (Baujahr 1980) zum zeitgemässen Pflegezentrum ist weitgehend geschafft. Baulich und betrieblich.

Der Gebäudekomplex ist seit dem Spatenstich im Mai 2014 mehr als verdoppelt worden. Ein Neubau erstellt und der Altbau so saniert worden, dass die beiden fast ganz verschmolzen sind. Die Zahl der Zimmer stieg von 66 auf 98 (alles Einzelzimmer), der Personalbestand von 98 auf 117 Mitarbeiter. «Der Verwaltungsrat ist stolz, dass der Zeitplan und die Kosten eingehalten werden konnten», erklärte Präsidentin Monika Fehlmann an der Eröffnung.

Realisieren die Ortsbürger Alterswohnungen?

1975, fünf Jahre vor dem jetzt sanierten und erweiterten Altersheim Suhrhard, ist das Gebäude mit den Alterswohnungen in Betrieb genommen worden. In ihm leben aktuell 40 Personen (nicht 60, wie teilweise kolportiert wird). Viele sind hochbetagt.

Der Vorstand des AZS möchte das Gebäude sanieren und künftig als Betrieb für Senioren der unteren Pflegestufe mit Basisdienstleistungen (die Kritiker sprechen von Pflichtdienstleistungen) betreiben. Nachdem sich die erste Aufregung über den Umgang mit den bisherigen Bewohnern in der Bauphase gelegt hat, ist die Diskussion über das Betriebskonzept im Gang.

Und es bewegt sich auch etwas im Bereich des möglichen dritten Gebäudes des Buchser Altersclusters, wie Gemeinderat Walter Wyler erklärte. Gemeint ist der «Spittel», der heute der Einwohnergemeinde gehört. Offensichtlich überlegen sich die Ortbürger , den «Spittel» zu übernehmen und darin Alterswohnungen einzurichten – mit Dienstleistungen à la Carte (erbracht vom AZS, das sonst mit dem «Spittel» nichts zu tun hätte).

Das AZS wird seit dem Herbst 2012 von einer Aktiengesellschaft betrieben, an der die Gemeinde Buchs (55 Prozent), die Stadt Aarau (25 Prozent) und der Altersheimverein (20 Prozent) beteiligt sind. Die Stadt Aarau kam im Gefolge der Fusion mit Rohr zu ihrer Beteiligung. «Wir sind stolz darauf, dass wir da ein so schönes Projekt realisieren konnten», erklärte Vizestadtpräsidentin Angelica Cavegn Leitner am Samstag. Aarau selber steht vor grossen Herausforderungen, was die Sanierung der traditionellen städtischen Altersheime anbetrifft.

Kein Kreuzen mit Rollator

«Es war alles sehr beschwerlich», blickte Geschäftsführerin Baumann zurück. In den Ansprachen wurde daran erinnert, wie im früheren Altersheim einzelne Zimmer keine Nasszellen hatten, wie die Korridore so schmal waren, dass das Kreuzen eines Putzwägelis und eines Rollators nicht möglich war, und wie es jeweils vor den Liften zu langen Wartezeiten gekommen ist, weil alle Bewohner unterwegs waren in den grossen Esssaal.

«Der Transformationsprozess war wirklich nötig», so Bachmann. Gemäss dem neuen Wohnkonzept leben jeweils 28 Personen in einer Art Grossgruppe auf einer Etage. Sie essen dort auch gemeinsam. Neu kann jeder Senior sagen, wie viel ihm geschöpft werden soll.

Das Erdgeschoss ist so etwas wie der öffentliche Raum. Mit Restaurant, Saal und verschiedenen Dienstleistungen wie Coiffeur.

An der Eröffnung war noch einmal von der Bauzeit die Rede. «Sie brachte viel Lärm und ständigen Dreck ins Haus», so Architekt Christian Meyer (Luzern). Aus Kostengründen habe nur für die Hälfte der Bewohner ein Provisorium errichtet werden können. Der Pavillon, so betont Geschäftsführerin Bachmann, war «eine sehr hochwertige Lösung». Sie verdankte die Unterstützung durch die Zivilschützer der ZSO Aare Region beim jeweiligen Zügeln.

Dank für die grossen Investitionen ins AZS gab es am Samstag auch seitens des Kantons. Überbracht von Stephan Campi, dem Generalsekretär von Regierungsrätin Franziska Roth. Die Gemeinden Buchs und Aarau haben sich mit 10,1 Millionen Franken an den 45 Millionen Franken beteiligt.