Gränichen tanzt aus der Reihe und will den Steuerfuss senken

Während viele Gemeinden im Kanton über eine Steuererhöhung debattieren, will Gränichen den Steuerfuss senken. Er soll von 114 auf 111 Prozentpunkte herabstufen. Dies beantragt der Gemeinderat. Die Gemeinde würde sich damit nicht neu verschulden.

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Blick über Gränichens Dorfzentrum

Blick über Gränichens Dorfzentrum

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Die finanziellen Rahmenbedingungen der Einwohnergemeinde verändern sich durch die Privatisierung der Technischen Betriebe. Der technische Anlagewert beläuft sich auf rund 11,7 Mio. Franken. Dieses Kapital müssen die neuen Aktiengesellschaften gegenüber der Einwohnergemeinde aufbringen. 5 Mio. Franken werden in Form eines unveräusserbaren Aktienkapitals vergütet. Für die weiteren 6,7 Mio. Franken wird den TBG AG ein verzinsliches Darlehen gewährt.

Die Einwohnerzahl ist in den letzten zwei Jahren um rund 10 Prozent gewachsen. Dies schlägt sich positiv auf die Steuereinnahmen nieder. Trotz der vorgesehenen Steuerfusssenkung wird der Steuerertrag der natürlichen Personen auf 15,2 Mio. Franken prognostiziert (2011: 14,2 Mio.). Der Gemeinderat beantragt deshalb eine Steuerfussreduktion um 3 auf neu 111 Prozent. Der Voranschlag 2012 weist einen Umsatz von 23,5 Mio. Franken aus. Im Vergleich zu 2011 bedeutet dies einen Rückgang um 6,4 Mio. Franken. 2011 waren aber die Technischen Betriebe noch in der Rechnung der Einwohnergemeinde enthalten. Klammert man diese Umsätze aus, ergibt sich eine Steigerung von 6,2 Prozent.

Gebundene Ausgaben steigen an

Wie bereits in den vergangenen Jahren wachsen die gebundenen Ausgaben, welche den Gemeinden vom Kanton auferlegt werden, nochmals massiv an. Für 2012 belaufen sich die Mehrkosten für die Spital- und Pflegefinanzierung, Beiträge an die Spitex und den Regionalverkehr sowie die Besoldungen der Lehrpersonen auf rund 1 Mio. Franken. Nur dank dem überdurchschnittlichen Wachstum der Steuererträge können diese Mehrkosten aufgefangen werden. Ab nächstem Jahr verfügt die Gemeinde über ein Nettovermögen. Sämtliche Überschüsse können für laufende und zukünftige Investitionen verwendet werden.

Keine neuen Schulden

Die Nettoinvestitionen sind im Voranschlag mit 2,3 Mio. Franken eingesetzt. Das Hauptgewicht liegt mit 821200 Franken beim Strassenunterhalt. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt im Jahr 2012 bei rund 68 Prozent. Somit können nicht alle Investitionen aus der laufenden Rechnung finanziert werden. Für den Fehlbetrag von 743000 Franken muss sich die Gemeinde trotzdem nicht neu verschulden; der Betrag kann aus dem neu geschaffenen Vermögen durch die Privatisierung der Technischen Betriebe entnommen werden. (az)