Aarau

Gratis-WLAN «Aarau Freenet» ist bald auch Werbeplattform

Rund 1300 Personen sind jeden Tag bei «Aarau Freenet» eingeloggt. Künftig soll das Gratis-WLAN durch Werbeeinnahmen kommerzialisiert werden.

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«Aarau Freenet» kann man in der Innenstadt nutzen. Gewerbetreibende können über dieses Angebot bald Werbung schalten.

«Aarau Freenet» kann man in der Innenstadt nutzen. Gewerbetreibende können über dieses Angebot bald Werbung schalten.

Mario Heller

Lange war es ruhig gewesen um «Aarau Freenet», das Gratis-WLAN in der Aarauer Innenstadt. Betrieben wird es von der Eniwa AG (vormals IBAarau). Für die Inhalte ist Aarau Standortmarketing verantwortlich – die Organisation beteiligt sich auch finanziell am WLAN.

Schon im Dezember 2016 wurde angekündigt, dass «Aarau Freenet» künftig auch als Werbeplattform für Gewebetreibende genutzt werden könne. Gestern nun wurden die Werbeangebote von den beiden beteiligen Organisationen Eniwa und Aarau Standortmarketing vorgestellt.

«Manchmal braucht ein Kind viel Aufmerksamkeit und Nerven, bis es endlich läuft und spricht», kommentierte Daniel Lüscher, Präsident von Aarau Standortmarketing, die Verspätung.

Etwa 1300 Personen sind jeden Tag bei «Aarau Freenet» eingeloggt. Insgesamt sind aber jeden Tag rund 20 000 Personen mit WLAN-Empfang im Einzugsgebiet von «Aarau Freenet» unterwegs, es gibt also Nutzerpotenzial nach oben.

Wer sich einloggen will, muss seine Telefonnummer registrieren und bekommt eine SMS mit einem Code. Mit einer einmaligen Eingabe wird man ein Jahr lang jedes Mal automatisch mit «Aarau Freenet» verbunden, wenn man ins Einzugsgebiet kommt.

Keine Überflutung mit SPAM

Wie kann nun künftig das Angebot, das die Betreiberorganisationen bisher nur kostet und nichts einbringt, kommerzialisiert werden? Durch Werbeeinnahmen. Bisher spüren nämlich «Aarau Freenet»-Nutzer nicht viel davon, wer ihr WLAN zur Verfügung stellt.

Aarau Standortmarketing übernimmt nun «die aktive Vermarktung des Systems» und bietet den Gewerbetreibenden «eine attraktive Präsentations-Plattform», heisst es im Einladungsschreiben zum gestrigen Infoanlass.

Interessierte können sich verschiedene Formen der Werbung kaufen. Zum Beispiel, indem sie sich auf der Landing-Page präsentieren – der ersten Website, die erscheint, wenn ein Nutzer mit «Aarau Freenet» ins Internet geht.

Man wolle aber, so betonte Daniel Lüscher gestern, die Nutzer nicht mit Spam eindecken. Die Werbebotschaften sollen deshalb zurückhaltend eingesetzt werden. «In welcher Frequenz es sie verträgt, müssen wir in den nächsten Monaten testen.»

Forcieren wollen Eniwa und Aarau Standortmarketing auch die Verbreitung von «Aarau Freenet» innerhalb von Geschäftshäusern. Denn heute empfängt man das WLAN quasi nur im öffentlichen Raum.

Für Gewerbetreibende besteht die Möglichkeit, einen eigenen Accesspoint zu installieren und sich so «Freenet» quasi ins Haus zu holen. Dann haben sie dort auch die Hoheit über die vermittelten Werbebotschaften. (NRO)