Aarau

In den Aarauer Schulhäusern wird es ab Schuljahr 2014/15 eng

Wenn auf das Schuljahr 2014/2015 hin die Volksschule auf das neue Modell mit sechs Jahren Primarschule und drei Jahren Oberstufe umstellt, braucht die Stadt Aarau mehr Klassenzimmer. Ohne Provisorien wird Aarau dann nicht mehr auskommen.

Hubert Keller
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Mehr Schulraum hat insbesondere das Schulhaus Telli nötig, das auch die Heilpädagogische Sonderschule und das Zentrum für Menschen mit Körperbehinderungen Zeka beherbergt

Mehr Schulraum hat insbesondere das Schulhaus Telli nötig, das auch die Heilpädagogische Sonderschule und das Zentrum für Menschen mit Körperbehinderungen Zeka beherbergt

Adrian Metry

Wie viele neue Klassenzimmer braucht es? Auf eine feste Zahl kann sich Stadtrat Lukas Pfisterer noch nicht festlegen. Er sagt nur soviel: «Wir sprechen nicht von einem, auch nicht nur von fünf Zimmern.» Und: «Definitive Lösungen werden wir bis dann nicht anbieten können, wir werden mit Provisorien überbrücken müssen.»

Durch die Fusion mit Rohr ist die Stadt zusammen mit Buchs auch im Kreisschulverband Buchs-Rohr. Die Schulanlagen der Kreisschule gehören dem Gemeindeverband, der diese autonom verwaltet. Die Grundstücke stehen im Eigentum der Gemeinde Buchs. Die Schulen in Aarau gehören der Stadt. Drei unabhängige Verwaltungseinheiten, was die Sache nicht einfacher macht. Aber auch Chancen bietet. Pfisterer schliesst eine Verbandslösung mit einer grossen Kreisschule, die Aarau und Buchs umfasst, deshalb nicht aus.

Zu berücksichtigen gilt es auch, dass die Oberstufe der Kreisschule Buchs-Rohr auf die Schüler aus dem Stadtteil Rohr angewiesen ist, soll sie nicht die kantonal vorgeschriebene Mindestgrösse unterschreiten.

Problem seit langem bekannt

Der Stadtrat ist sich seit langem bewusst, dass der Schulraum knapp werden würde. «Der Stadtrat setzte sich damit bereits auseinander, als noch das ‹Bildungskleeblatt›, das 2009 an der Urne scheiterte, die bildungspolitische Diskussion beherrschte.» Nebst der im März dieses Jahres beschlossenen Schulreform mit dem Strukturwechsel 6/3 und dem zweijährigen Kindergarten-Obligatorium machen auch die demografische Entwicklung sowie geänderte pädagogische Anforderungen zusätzliche Klassenzimmer, Gruppen- und Spezialräume notwendig.

Wie etliche andere Gemeinden haben auch die Stadt Aarau und die Kreisschule Buchs-Rohr das Büro Metron beauftragt, Ist und Soll der Schulanlagen zu erheben. Es wurden nicht nur die Gebäude bis hin zu den Kindergärten erfasst, sondern auch die Aussenanlagen und für Aarau auch die Räume der Tagesstrukturen FusTA.

Gesamtstädtisch ist also der Bestand bekannt. Und dennoch kann sich Stadtrat Pfisterer nicht auf die Äste hinaus lassen, wenn es darum geht, die Anzahl der neuen Schulzimmer und Gruppenräume zu beziffern. Pfisterer: «Was und wo tatsächlich gebaut werden muss, hängt stark davon ab, wie der Mehrbedarf auf die einzelnen Schulhäuser zweckmässig verteilt werden kann. Dabei spielen auch pädagogische Überlegungen mit. Zudem hat nicht jedes Schulhaus Platz für Erweiterungen. Auch die Pausenhöfe müssen genug gross sein. Das ist nicht überall möglich.»

Fussdistanz für Primarschüler

Soviel ist klar: Die Primarschüler werden auch weiterhin in Quartierschulhäusern unterrichtet werden. Diese müssen in Fussdistanz und sicher erreichbar sein. Dies gilt auch für die Kindergärten. Anders ist das bei der Oberstufe, wo längere Schulwege zugemutet werden können. Die Bezirksschule Aarau wird auch von Jugendlichen aus Biberstein, Küttigen und Erlinsbach besucht.

Nach aktuellem Kenntnisstand besteht insbesondere in der Schulanlage Telli Erweiterungsbedarf. Dort befindet sich nebst dem Primarschulhaus auch das Gebäude der Heilpädagogischen Sonderschule HPS. Diese wird ab nächstem Jahr von der Stiftung Schürmatt geführt. Im gleichen Gebäude hat auch das Zeka, Zentrum für Menschen mit Körperbehinderungen, Anpassungs- und Erweiterungsbedarf. Das Gespräch wird deshalb auch mit der Stiftung Schürmatt und dem Zeka geführt. Zusätzliche Raumbedürfnisse meldet auch der Kanton an.

Povisorien ab Sommer 2014

Es sind verschiedene Varianten denkbar, wie die Raumprobleme gelöst werden können, sagt Pfisterer, und je nach Variante ist der Bedarf grösser oder kleiner. Pfisterer: «Welche Variante gewählt wird, wird sich an der Machbarkeit, auch der finanziellen Machbarkeit, und der pädagogischen Vertretbarkeit entscheiden.»

Arbeitsgruppen sind daran, die schulorganisatorischen und die räumlichen Probleme zu besprechen und einer umfassenden Lösung zuzuführen. Pfisterer schliesst eine grosse Kreisschule zusammen mit Buchs nicht aus, wenn damit das Schulraummanko für beide Gemeinden sinnvoll behoben werden kann.

Noch ist vieles offen. Ohne Provisorien in Schulpavillons wird es ab Sommer 2014 jedoch nicht gehen. Dennoch, die Weichen müssen am besten noch dieses Jahr, spätestens im Frühling 2013 gestellt werden.