Menziken
Spital Menziken: Corona zeigt sich auch in den Büchern

Das Geschäftsjahr des Asana Spitals Menziken hat trotz kantonalen Hilfsgeldern mit einem Verlust geendet. Dafür freut man sich über ein brandneues Ambulatorium.

Florian Wicki
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Das neu eröffnete Ambulatorium des Spitals Menziken.

Das neu eröffnete Ambulatorium des Spitals Menziken.

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Auch wenn im Asana Spital Menziken die Maskenpflicht gefallen ist, ist man sich hier sicher, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist, wie Spitaldirektor Daniel Schibler an einer gestrigen Medienorientierung sagte: «Corona wird uns auch weiterhin beeinflussen, wir rechnen mit einer erneuten Welle im Herbst.» Den Umgang mit dem Virus sei man sich aber inzwischen gewohnt und könne die Schutzmassnahmen bei Bedarf rasch wieder hochfahren.

Rote Zahlen trotz Entschädigung

Das Virus macht sich nicht nur in der Zukunftsaussicht bemerkbar, sondern auch im Jahresabschluss. Die Gruppe hat ihr Jahresergebnis vom Verlust im Jahr 2020 von 1,7 Millionen Franken auf einen Gewinn von fast 2,6 Millionen Franken gesteigert. Ohne die Entschädigung des Kantons für coronabedingte Ertragsausfälle und Zusatzkosten in Höhe von 3,6 Millionen Franken wäre das Resultat erneut negativ ausgefallen. Heruntergebrochen auf Menziken vermochte auch die Entschädigung in Höhe von 1,5 Mio. Franken das Resultat nicht ins Positive drehen – es resultierte ein Verlust von 400'000 Fr. (Vorjahr -460'000 Fr.).

Nichtsdestotrotz sei die Gruppe, die neben dem Spital Menziken auch eines in Leuggern betreibt, hervorragend kapitalisiert, so Direktor Schibler, und sowohl die Bilanzsumme von über 81 Millionen Franken wie auch die stattliche Eigenkapitalquote von 84,3 Prozent (Verhältnis zwischen Bilanzsumme und Eigenkapital) geben ihm recht. Das Spital Menziken habe zudem keinen einzigen Franken Fremdkapital in der Bilanz, ist laut Schibler «komplett schuldenfrei». Weiter sei man auch auf der Kostenseite sehr gut aufgestellt.

Gratis-Parkplätze kommen gut an

Sorgen macht sich Schibler dafür wegen anderen Themen, wie zum Beispiel den laut ihm immer noch nicht kostendeckenden Vergütungstarifen, Kostentreibern im Datenschutz oder auch dem Fachkräftemangel: Gerade letzteres sei «eine der Herausforderungen der Zukunft, die uns die grössten Probleme bereiten werden.»

Darum versuche man auch in Menziken, die Problematik schon jetzt zu entschärfen, beispielsweise mit besseren Arbeitsbedingungen: «Dazu gehört nicht nur der Lohn, wir versuchen auch, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich unsere Mitarbeitenden wohl fühlen.» Aufgrund der peripheren Lage am Ortsrand kämen beispielsweise die kostenlosen Parkplätze für die 300 Mitarbeitenden besonders gut an.

Kooperation mit dem Kantonsspital erfolgreich

Der Betrieb läuft, ist der Patientenstatistik zu entnehmen. So nahmen im vergangenen Jahr 3120 Patientinnen und Patienten stationäre und 19'264 ambulante Leistungen in Anspruch. Die Stationären nahmen um 1,5 Prozent zu, aber nur bei den Allgemeinversicherten – Halbprivate nahmen um 12,4 Prozent ab, Private sogar um 21,9 Prozent; laut Schibler auch ein Treiber dafür, dass die Ertragsseite des Spitals ihr Ziel verpasst hat. Dafür seien die ambulanten Behandlungen um fast 20 Prozent angestiegen, was unter anderem daran liege, dass ein Covid-Test auch eine ambulante Behandlung ist.

Neben verschiedenen internen Projekten – in Sachen Digitalisierung beispielsweise– hat das Spital Menziken im Januar 2022 die Kooperation mit dem Kantonsspital Aarau (KSA) vertieft, besonders im Bereich Chirurgie. So arbeiten derzeit zwei KSA-Fachärzte aus Aarau teilweise in Menziken und operieren auch dort. Man sehe schon jetzt, dass das ein guter Entscheid gewesen sei, so Schibler: «Die beiden haben sich in der Region etabliert und auch schon einen guten Kontakt zu den Zuweiserinnen und Zuweisern gefunden.» Gleichzeitig transferiere man auch Patientinnen und Patienten nach Aarau, wenn ihre Operation in Menziken nicht möglich ist.

Eine Neueröffnung in frischen Farben

Schliesslich hat das Spital Menziken dieser Tage eine Eröffnung zu feiern: das neue Ambulatorium im vierten Stock ist fertig, also die Zone, in der ambulante Leistungen – wie etwa Sprechstunden oder andere medizinische Fachangebote – angeboten werden. Man habe sich aus praktischen Gründen dazu entschieden, so Schibler: «So funktionieren die Prozesse sauberer und alles ist an einem Ort.» Ausserdem würden im vierten Stock nun nicht mehr – wie am alten Ort – ambulante und Notfall-Patienten am selben Ort behandelt, nun sei alles sauber getrennt.

Das Ambulatorium hat ein neues Farbkonzept erhalten, kommt in blau-grünen Tönen erfrischend und kühl daher. Schibler ist nun gespannt, wie die neue Atmosphäre ankommt: «Mir selber gefällt es extrem gut.» Auch wenn er am Anfang beim Boden ein bisschen skeptisch gewesen sei, fügt er an und lacht.