Eniwa

Nach Gewinnabsturz: Eniwa läuft es wieder etwas besser

Die Eniwa kann aufatmen: Der Reingewinn konnte dank der guten Börsenentwicklung im ersten Halbjahr fast verdoppelt werden.

Urs Helbling
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Die Energieproduktion des Aarekraftwerks lag im ersten Halbjahr 7 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Die Energieproduktion des Aarekraftwerks lag im ersten Halbjahr 7 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Nach einem schwierigen letzten Jahr mit einem Gewinnabsturz und einer Dividendenkürzung normalisiert sich der Geschäftsverlauf bei der Eniwa – allerdings vor allem dank der guten Börsenentwicklung. Denn im Bereich EnerCom liegen die Umsätze laut einer Medienmitteilung «noch unter den Erwartungen».

Ebenso unter den Erwartungen ist das das Resultat bei den Elektroinstallationen. Ob wieder rote Zahlen drohen, wird im Halbjahresbericht nicht gesagt. Gute Nachrichten gibt es punkto der Vermietung der Leerstände: Beim ehemaligen Hauptsitz an der Oberen Vorstadt zeichnet sich mittelfristig eine Lösung mit der Vermietung an die Gerichte ab (AZ vom 16. 8.). Noch besser sieht es beim neuen Hauptgebäude aus: Dort steht ein Geschoss zur Vermietung.

«Es konnten drei Viertel der Mietfläche vertraglich gesichert werden», erklärt Eniwa-Kommunikationschefin Sandra Bläuer. Ein Teil dieser Fläche werde ab Februar 2020 von der Firma Legrand (Schweiz) AG gemietet.

«Sehr erfreuliche Entwicklung bei Finanzanlagen»

Der Reingewinn stieg im ersten Halbjahr auf 6,2 Millionen Franken (Vorjahr 3,6 Mio. Fr.). Die Ebit-Marge verringert sich auf 6,5 Prozent (Vorjahr 6,7%). Auch weil der Umsatz wegen der Tariferhöhungen stärker stieg als das operative Ergebnis (Ebit).

«Sehr erfreulich haben sich die Finanzanlagen entwickelt, welche die Verluste von 2018 mehr als kompensieren konnten», schreibt die Eniwa. «Die Wertschriftenrendite beträgt im ersten Semester 10,8 Prozent. Das Finanzergebnis beläuft sich netto auf 2,2 Millionen Franken.»

Unter dem Titel «Ausblick» schreibt die Eniwa: «Das Umfeld verbleibt aufgrund der zunehmenden Regulierungsdichte in den Sparten Strom und Gas sowie des Wettbewerbsdrucks in den Bereichen EnerCom und Elektroinstallationen anspruchsvoll.

Im Fokus stehen die nachhaltige Entwicklung des Versorgungsgeschäfts sowie die Sicherung des Unternehmensergebnisses. Das Dienstleistungsangebot wird weiter überprüft und auf zukunftsträchtige Produkte und Services fokussiert.»

Eniwa vereinfacht ihre Tarife – aber sie steigen trotzdem

Aus für «Power» Die Eniwa vereinfacht ihre Produktepalette beim Strom für ihre Zehntausenden von Kunden in den 18 Gemeinden, in denen sie Direktversorger ist. Neu gibt es nur noch zwei Kategorien. Das Basisprodukt «Eniwa Naturstrom Schweiz» und das grünere Produkt «Eniwa Naturstrom Regio».

Alle Kunden des bisherigen Basisprodukts «Standard Power» bekommen automatisch neu «Eniwa Naturstrom Schweiz». Er besteht – wie bisher – ausschliesslich aus erneuerbarer Energie. Die Tarife werden im tiefen einstelligen Prozentbereich ansteigen. Vor allem, weil die Eniwa stark in die Modernisierung ihres Stromnetzes investiert, was die Netznutzungskosten in die Höhe treibt – nicht nur für «Eniwa Naturstrom Schweiz», sondern auch für «Eniwa Naturstrom Regio».

Alle Kunden, die zurzeit eines der vier Wahlprodukte «Eagle Power», «Swan Power» oder «Solar Power» beziehen, werden von Eniwa per Briefpost ein Angebot mit einem Vorschlag zum Wechsel zu einem neuen Produkt auf der Basis von «Eniwa Naturstrom Regio» erhalten.

Der «Eniwa Naturstrom Regio» besteht aus maximal 90 Prozent des Stroms aus dem Eniwa-Wasserkraftwerk in Aarau und minimal 10 Prozent aus regionaler Solarproduktion. «Der Aufpreis für dieses Produkt im Vergleich zum Basisprodukt ‹Eniwa Naturstrom Schweiz› liegt bei 1 Rappen pro Kilowattstunde», schreibt die Eniwa.

Davon würden 0,8 Rappen in einen Fonds überwiesen, welcher Investitionen in die lokale Produktion erneuerbarer Energie, ökologische Projekte im Versorgungsgebiet der Eniwa AG sowie Innovationen im Bereich erneuerbare Energien unterstützen würden.

Konkret heisst das: Die Eniwa schafft einen Fonds, dessen Mittel unter anderem für den Neubau des Wasserkraftwerks eingesetzt werden können. Geäufnet wird der Fonds über den Strompreis.

Über Mittag im Sommer neu Niedertarif

Unabhängig vom Produkt gibts bei der Eniwa auch eine Veränderung der Tarifzeiten: Der Samstag ist künftig kein reiner Niedertarif-Tag mehr. Dafür gibts im Sommer (April bis September) neu werktags über Mittag ein Niedertarif-Fenster von 12 bis 15 Uhr.

Weil immer mehr Sonnenenergie (mehr Photovoltaikanlagen in der Region) produziert wird, ist der Strom in dieser Zeit nicht mehr so wertvoll wie früher. (uhg)