Region Aargau West
In Menziken und Burg geht es um die Zukunft, in Aarau um Millionen und in Boniswil um grosse Emotionen

Eine Übersicht über die kommunalen Abstimmungen und Wahlen vom kommenden Sonntag, 15. Mai.

Katja Schlegel
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Die Gemeindeammänner Erich Bruderer (Menziken) und Marcel Schuller (Burg, r.) blicken der Fusionsabstimmung gelassen entgegen.

Die Gemeindeammänner Erich Bruderer (Menziken) und Marcel Schuller (Burg, r.) blicken der Fusionsabstimmung gelassen entgegen.

Valentin Hehli

Am Sonntag gilt es für Menziken und Burg ernst: Die Stimmberechtigten entscheiden an der Urne definitiv über die Fusion per Januar 2023. Und es ist wohl nicht voreilig zu sagen, dass im Kanton Aargau in den letzten Jahren nie eine Fusion so unbestritten war wie diese.

Zwar hatte es vor der ausserordentlichen Gemeindeversammlung Mitte Februar das – in Menziken – gewohnte Geplänkel mit ehemaligen Gemeinderäten gegeben, doch die Entscheide fielen deutlich und blitzartig: Menziken sagte mit 123 zu 33 Stimmen Ja (also gut 78 Prozent Ja-Stimmen), Burg mit 101 zu 7 Stimmen (knapp 94 Prozent Ja-Stimmen).

Entsprechend gelassen blicken die Gemeindeammänner dem Abstimmungssonntag entgegen. «In den letzten Wochen hat absolute Ruhe geherrscht, es ist niemand mit Fragen auf mich zugekommen», sagt der Menziker Erich Bruderer und fügt an: «Es kommt gut, da bin ich mir sicher.»

Ähnlich tönt es bei Marcel Schuller: «Es würde mich sehr überraschen, wenn das deutliche Ergebnis vom Februar jetzt noch gekippt würde.» Auch auf der Burg seien die kritischen Stimmen, die vor der Gemeindeversammlung für ein Nein geworben hatten, seither nicht mehr laut geworden; zumindest nicht offiziell.

Trotz der guten Vorzeichen; Bruderer und Schuller appellieren beide an ihre Stimmbürgerinnen und -bürger, abstimmen zu gehen. Bruderer: «Auch wenn der Fall seit der Gemeindeversammlung klar scheint, so braucht es doch auch ein Ja an der Urne. Und da zählt jede Stimme.»

Stand gestern waren rund 730 Abstimmungscouverts mit Menziker Absender auf der Gemeindekanzlei eingetroffen, knapp 170 kamen bisher von der Burg. Bei 3363 Menziker und 565 Burger Stimmberechtigten entspricht das einer Beteiligung von rund 22 Prozent für Menziken und knapp 30 Prozent für Burg.

Eine noch recht tiefe Beteiligung, aber natürlich nur ein Zwischenstand. Und für Menziken nichts Ungewöhnliches, wie Gemeindeschreiber Michael Schätti sagt. «Wir wissen aus Erfahrung, dass die meisten Couverts in den letzten Tagen eingehen. Wir rechnen deshalb mit einer deutlichen Steigerung bis Sonntag.»

Aarau entscheidet über 52-Millionen-Kredit für Pflegeheim

Um viel Geld geht es am Sonntag in Aarau: Die Stimmberechtigten entscheiden über einen 52,11-Millionen-Kredit für den Neubau des Pflegeheims Herosé. Trotz der Höhe des Kredits ist das Geschäft nicht umstritten. Als Eigenwirtschaftsbetrieb der Stadt werden die Kosten für den Neubau über das Vollkostenmodell getragen. Die Einnahmen werden also über die Hotellerietaxen durch die Bewohnerinnen und Bewohner eingebracht – wie das in anderen Heimen ebenfalls gemacht wird.

Seit bald zwei Jahren ringt Boniswil um die BNO

Um grosse Emotionen geht es in Boniswil mit der Referendumsabstimmung über die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung, die die rege Bautätigkeit – insbesondere bezüglich grosser Bauten in einer Landschaft von nationaler Bedeutung – einschränken soll.

Seit knapp zwei Jahren ringt das Dorf hier um eine Lösung. Ausgelöst hatte die Diskussion die sogenannte «Staumauer», eine für den Dorfteil Alliswil geplante Überbauung. An der Gemeindeversammlung im November hatte sich eine Mehrheit gegen die Teilrevision ausgesprochen, gegen diesen Entscheid wurde daraufhin das Referendum ergriffen.

Neue Köpfe für Brunegg, Bottenwil, Hendschiken und Leutwil

Um neue Köpfe für den Gemeinderat geht es in Brunegg, Bottenwil, Hendschiken und Leutwil. Und in allen vier Fällen ist die Sache schon jetzt klar. In Brunegg findet die Ersatzwahl für die per Ende Jahr zurücktretende Gemeindepräsidentin Ruth Imholz Strinati statt. Als Gemeinderatskandidat aufstellen lassen hat sich Emmanuel Jaggi. Für das Gemeindepräsidium hat sich niemand beworben.

In Bottenwil geht es um den Ersatz von Frau Vizeammann Verena Leuenberger. Als neuer Gemeinderat kandidiert Martial Schweizer (parteilos), als neuer Vizeammann Richard Riedweg (parteilos).

Keine Kandidaturen gibt es für die freien Sitze in Hendschiken (Vakanz nach Demission von Roger Wasmer) und in Leutwil. Die Gemeinde muss bereits seit bald zwei Jahren mit nur vier Gemeinderäten auskommen.

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