Aarau

Schon wieder spricht ein Mann ein Kind im Aarauer Gönhardquartier an

Meldungen wie diese erschrecken die Eltern durchschnittlich einmal pro Jahr: Ein Mann wollte ein Kind vom Schulweg weglocken. Diesmal passierte es am Donnerstag vor den Sportferien im Gönhardquartier Aarau.

Sabine Kuster
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Besser zu dritt als alleine: So sind Kinder auf dem Schulweg besser geschützt.

Besser zu dritt als alleine: So sind Kinder auf dem Schulweg besser geschützt.

Archiv/SZ

Jemand wollte einen Kindergärtler in sein Auto locken: Ein Mann sprach ein Kindergartenkind an und lud es ein, zu ihm ins Auto zu steigen. Daraufhin rannte das Kind weg, und der Mann fuhr mit dem Auto davon.

So schilderte das Kind den Vorfall seiner Mutter, die sich darauf bei der Schule Aarau meldete. Der Schulleiter des Gönhardschulhauses, Jonathan Müller, bat die Lehrpersonen, ihre Schüler zu informieren und einmal mehr davor zu warnen, bei Fremden ins Auto zu steigen. Von einem Elternbrief am letzten Schultag vor den Ferien sah man ab.

Statt dessen stellte die Leitung eine Mitteilung auf die Internetseite der Schule Aarau und riet den Eltern, ihre Kinder nur zu zweit oder in Gruppen auf den Schulweg zu schicken und verdächtige Wahrnehmungen oder konkrete Hinweise der Polizei zu melden. Die Schule habe gut reagiert, lobt die Polizei.

«Es ist immer eine Gratwanderung zwischen informieren und Ängste schüren», sagt der Geschäftsleiter der Schule Aarau, Remi Bürgi. «Wir wollten den Fall aber nicht unter den Teppich kehren und veröffentlichten die Meldung deswegen im Internet auf www.schule-aarau.ch. Einige Eltern haben sich bedankt dafür.»

Inzwischen ist die Meldung ob der vielen Skilager-Berichte weit nach unten gerutscht auf der Internetseite. Das wird so bleiben, denn bei der Polizei gingen keine weiteren Meldungen ein. «Bis jetzt ist es für uns ein Einzelfall», sagt Bürgi.

Mehrere Fälle vor eineinhalb Jahren

Im Sommer 2012 war das anders: Damals wurden mehrere Kinder im Gönhardquartier auf dem Schulweg belästigt, sodass sich die Leitung zu einem Elternbrief entschloss. Die Ratschläge sind immer dieselben: Das Thema mit den Kindern besprechen und ihnen einschärfen, bei niemandem ins Auto zu steigen, den sie nicht kennen. Auch dann nicht, wenn der Fremde so tut, als würde er die Familie kennen oder erzählt, das Mami würde im Spital liegen. Die Aarauer Kinder haben bis jetzt immer richtig reagiert: Sie rannten weg.

Warum so oft im Gönhard?

Warum die Meldungen oft aus dem beschaulichen Gönhardquartier kommen, ist nicht klar. Liegt es daran, dass seltener Leute in den Strassen unterwegs sind? «Ich sehe dies als Zufall an», sagt Remi Bürgi.