Buchs-Rohr

Schüler überraschen alte Leute mit Weihnachtsguetzli

Die Guetzli-Aktion der Kreisschule Buchs-Rohr soll der über 80-jährigen Bevölkerung Freude bereiten. Das ist nicht immer so: Es gibt auch Leute, die die Schüler wieder wegschicken.

Barbara Vogt
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Schüler überraschen Senioren mit Weihnachtsguetzli
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Kerem und Sebastian auf dem Weg zu einer Frau.
Meistens werden die Jugendlichen nett empfangen.
«Schauen wir mal, ob das die richtige Adresse ist.»
Die Weihnachtsguetzli sind auch mit einem lieben Gruss der Kreisschule versehen.
Wenn niemand zu Hause ist, legen die Schüler ihr Geschenk ins Milchkästli.
Wohin des Weges? Natel sei dank finden Kerem und Sebastian die Adressen, die sie suchen.

Schüler überraschen Senioren mit Weihnachtsguetzli

Sandra Ardizzone

«Grüezi, wir schenken Ihnen unsere selbst gemachten Guetzli.» Die Dritt-Realschüler Kerem und Sebastian stehen vor einer älteren Dame am Fluhweg in Buchs und strecken ihr ein durchsichtiges Säckchen mit Weihnachtsgebäck hin. Sie zögert, dann lächelt sie und nimmt das Geschenk entgegen. «Das ist aber lieb von Euch, Danke!» Schnell öffnet sie ihr Portemonnaie und drückt den zwei Jugendlichen eine 20er-Note in die Hand. «Für Eure Schulkasse.» Doch Kerem und Sebastian wehren ab. «Die Guetzli sind ein Geschenk. Wir möchten kein Geld, sondern ihnen eine Freude bereiten.»

Als schöne Tradition backen die Schüler der Realschule und der Kleinklasse der Kreisschule Buchs-Rohr in der Adventszeit «Chrömli» und verteilen sie an die über 80-Jährigen in den Gemeinden. Ein idealer Rahmen, in dem sich junge und alte Menschen begegnen können, findet Lehrer Jonas Schmid. «Durch die Guetzli-Aktion kommen sie ins Gespräch und bauen Vorurteile ab.»

In Gruppen aufgeteilt schwirren die rund 100 Schülerinnen und Schüler in die Quartiere aus, um ihr süsses Adventsgeschenk zu verteilen. In der letzten Novemberwoche standen sie noch in der Schulküche und bereiteten feine Guetzli zu: Mailänderli, Spitzbuben, Zimtsterne, Brownies. «Meine Chräbeli waren am einfachsten zu machen», erzählt Kerem, während er und Sebastian am Fluhweg ein älteres Ehepaar aufsuchen. Der Ehemann kennt die Guetzli Aktion der Kreisschule Buchs-Rohr bereits und witzelt: «Als Ehepartner bekommen wir doch bestimmt zwei Säckchen, oder?»

Kerem und Sebastian stehen an diesem Morgen auch vor verschlossenen Türen. Sie verschwinden jedoch nicht einfach ohne Gruss, sondern legen einen Guetzlisack mit einem Zettel ins Milchkästli: «Wir wünschen Ihnen frohe Festtage.»

Eine ältere Frau wirkt skeptisch, als die Realschüler bei ihr klingen. «Ich brauche nichts», sagt sie. Auch als Kerem und Sebastian ihr die Guetzli überreichen wollen, wehrt sie ab.»Ich nehme nichts, was andere gebacken haben. Geben sie die Chrömli lieber jemand anderem.»

Solche Situationen gebe es immer wieder, sagt Lehrer Jonas Schmid. Eine Frau habe die Schüler aus lauter Angst weggeschickt, weil sie dachte, sie wollten ihr etwas verkaufen. Doch gebe es auch schöne Begegnungen: «Eine Frau weinte beinahe, so sehr freute sie sich über den Besuch und das Geschenk der Schüler.»