Aarau

SP stellt Fragen zur künftigen Kinderbetreuung

Wie will der Stadtrat das neue Kinderbetreuungsgesetz umsetzen? Das will die SP-Einwohnerratsfraktion wissen.

Nadja Rohner
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Die Kinderbetreuung wird immer wichtiger (Symbolbild).

Die Kinderbetreuung wird immer wichtiger (Symbolbild).

HO

Die Kinderbetreuung in Aarau gibt weiter zu reden. Angeheizt wird die Diskussion um subventionierte Plätze in Kita und Hort von der SP und dem Elternverein Aarau.

Die SP-Einwohnerratsfraktion will in einer Anfrage vom Stadtrat wissen, wie dieser das 2016 beschlossene kantonale Kinderbetreuungsgesetz (KiBeG) umsetzen will. Das Gesetz verpflichtet die Gemeinden, bis spätestens August 2018 bedarfsgerechte Kinderbetreuung bis zum Ende der Primarschulzeit bereitzustellen.

«Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen hat in Aarau in den letzten Jahren massiv zugenommen», schreiben die Anfragestellerinnen Gabriela Suter und Anja Kaufmann. Sie rechnen mit einem weiteren Anstieg und weisen auf die «langen Wartelisten» für subventionierte Plätze hin. «Im Zuge der Stabilo-Sparmassnahmen hat die Stadt ab 2014 trotz der grossen Nachfrage darauf verzichtet, die Anzahl an subventionierten Betreuungsplätzen zu erhöhen», heisst es weiter. Der «Engpass» löse «spürbare Verunsicherung bei den Betroffenen aus». Der Kanton hat für die Gemeinde einen Leitfaden zur Umsetzung des neuen Gesetzes erstellt. Nach diesem Leitfaden müsste Ende dieses Monats die Bedarfsabklärung (Ist-Soll-Analyse) abgeschlossen sein, führen die Anfragestellerinnen aus. Im August sollten dann das neue Kinderbetreuungsreglement und das neue Elternbeitragsreglement im Entwurf vorliegen.

Suter und Kaufmann wollen vom Stadtrat nun wissen, welche «strategisch-politischen Eckwerte» er bereits beschlossen habe. Weiter fragen sie nach dem konkreten Stand des Projekts, nach der Zusammensetzung der Projektorganisation und nach dem Einbezug der wichtigen Anspruchsgruppen wie Kita-Trägerschaften, Eltern oder Einwohnerrat. Ein Thema ist weiter die Art und Weise der Finanzierung: «Werden auch neue Subventionierungsmodelle wie beispielsweise Betreuungsgutscheine mitgedacht»?

Interessantes Detail: Das Dossier Bildung und Jugend wird von Stadträtin Franziska Graf betreut – die ebenfalls der SP angehört. Die Fraktion stellt ihre Fragen also der eigenen Stadträtin. Ende 2016 hatte Graf gegenüber der az betont, die Überarbeitung der Krippen- und Hort-Subventionierung stehe auf ihrer Pendenzenliste. Nicht nur wegen KiBeG. «Sondern vor allem, weil heute nicht alle Aarauer Familien Zugang haben zu subventionierten Betreuungsplätzen.»

Auch Elternverein wird aktiv

Der Aarauer Elternverein setzt sich ebenfalls für mehr Betreuungsplätze ein. «In Aarau gibt es aktuell zu wenig Kita- und Hortplätze», schreibt er auf seiner Website. «Viele Familien müssen deshalb warten, bis ihre Kinder extern betreut werden können.» Obwohl noch mehr Kapazitäten vorhanden wären, würden die Betreuungsplätze nicht voll genutzt, führt der Elternverein weiter aus. «Wir finden dies falsch und fordern mehr Plätze in Aarau.»

Mit einem Musterbrief, der sich an die Abteilung Soziale Dienste in Aarau richtet, sollen Eltern die Stadt «auf diesen Missstand aufmerksam machen und sie «mit Nachdruck bitten, das Mögliche einzuleiten, damit sich diese Situation nachhaltig verbessert». In einer «modernen und familienfreundlichen Stadt», so heisst es im Brief, «dürfen Tagesstrukturen keine Glückssache sein».