Aarau
Spezielle Wesen: Der Tüftler und seine Roboter

Péter Fankhauser kommt aus Aarau und doktoriert an der ETH Zürich im Bereich der Robotik – Einblick in eine komplizierte Welt.

Lee Ann Müller
Drucken
Péter Fankhauser mit einem vierbeinigen Roboter im ETH-Labor.

Péter Fankhauser mit einem vierbeinigen Roboter im ETH-Labor.

Lee

Für technisch unbedarfte Menschen scheinen die Erfindungen wie aus einer anderen Welt. Für Péter Fankhauser sind sie Alltag. Während dem Bachelorstudium entwickelte er gemeinsam mit weiteren Studenten den Ballbot-Roboter «Rezero», der sich auf einer Kugel fortbewegen kann und mittlerweile jedem Roboterinteressierten auf der ganzen Welt ein Begriff ist.

Für diesen Erfolg wurde der 27-Jährige von der «Nordwestschweiz» zu einem der 100 Talente unter 30 Jahren gekürt (az Sonderbeilage vom 28.11.) Heute doktoriert der aus Aarau stammende Fankhauser an der ETH Zürich im Bereich der Laufroboter.

Im Labor der Robotik-Doktoranden trifft man auf allerhand spezielle Wesen: Da gibt es fischähnliche Roboter mit Flossen, die sich im Wasser fortbewegen können, und schlanke Flieger mit Solarpanels auf dem Rücken, die an der Decke baumeln. In einem Raum bewegt sich ein Geschöpf mit aufgeklebten blauen Augen und unzähligen Kabeln auf vier Beinen fort. Sie sind angewinkelt wie bei einem Menschen, der zum Sprung ansetzt.

Péter Fankhauser und ein weiterer Doktorand erklären gerade einer Gruppe von Männern, wie der Roboter funktioniert, wie er sich auf unbekanntem und unebenem Gelände fortbewegen kann. Die interessierten Zuhörer betasten das Gerät, das vor lauter Herumhüpfen schon ganz warm ist, und stellen komplizierte Fragen, Fachwörter gespickt mit einigen Brocken Englisch.

Die höheren Gesetze der Physik

In der Familie Fankhauser liegt die technische Begabung in den Genen. Die Mutter und der Grossvater sind Ingenieure, ebenso der Bruder, der sich zum Bauingenieur ausbildete. «Mich faszinierte an der Robotik, dass sie ein junges Forschungsgebiet ist und man schnell in unbekannte Welten vorstossen kann», sagt Péter Fankhauser. Sehr viel könne man selber entwickeln und kreieren, einzig die höheren Gesetze der Physik seien fest gegeben.

«Einen Grossteil des Tages verbringen wir am Computer und Programmieren», sagt Fankhauser. Ein Computerfreak müsse man schon sein. Das heisse aber nicht, dass die Doktoranden in sich gekehrte Tüftler wären. Es seien alles offene, lustige Typen, sagt Fankhauser, mit denen er oft nach Feierabend noch ein Bier trinke. Der Arbeitsschluss sei aber oft nicht fix, im Labor sei Tag und Nacht jemand anzutreffen. Die Gefahr bestehe schon, dass man sich in der Forschung verliere und die Zeit vergesse.

Oft grübelt man wochenlang an einer Projektidee herum, bis sich ein erstes Erfolgserlebnis einstellt. «Es kann schon frustrierend sein, wenn etwas nach langem Forschen nicht klappt», sagt Fankhauser. Meistens sei dies aber Anreiz, um neue Lösungen und Alternativen zu suchen und weiterzuforschen.

Den Männern rund um den vierbeinigen Roboter mit den aufgeklebten Augen sind mittlerweile die kritischen Fragen ausgegangen. Einer sagt: «Good job.» Péter Fankhauser lächelt. Der Prototyp funktioniert zwar bereits, etliche Stunden Tüfteln stehen jedoch noch bevor.

Aktuelle Nachrichten