Gränichen

Überraschende Dividenden-Kürzung: Zehnder geht mit gutem Beispiel voran

Was bei den Grossbanken noch intensiv diskutiert wird, macht jetzt ein mittelgrosses Aargauer Industrieunternehmen. Bei der in der Raumlüftung tätigen Firma Zehnder gibt es statt der ursprünglich beantragten Erhöhung der Dividende auf 1 Franken eine Kürzung auf 70 Rappen (Vorjahr 80 Rappen).

Urs Helbling
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Hans-Peter Zehnder, Vorsitzender der Zehnder Group.

Hans-Peter Zehnder, Vorsitzender der Zehnder Group.

Sandra Ardizzone

Den Entscheid haben die Aktionäre gestern an der Generalversammlung, die ohne ihre physische Präsenz stattfand, beschlossen. Zudem kürzen sich der Verwaltungsrat und die Gruppenleitung ihre Saläre per sofort um 10 Prozent. Die in Gränichen beheimatete Firma Zehnder beschäftigt weltweit 3500 Personen.

Zur Dividendenkürzung erklärt Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Zehnder: «Wir haben eine sehr solide Bilanz und sind daher für eine Krise sehr gut aufgestellt. Wir wollen aber kein Risiko eingehen, da die Dauer der Coronavirus-Pandemie und das wirtschaftliche Ausmass momentan nicht absehbar sind. Aus finanzieller Sicht hat die Liquiditätssicherung für uns oberste Priorität.» Er danke den Aktionären für ihr Verständnis und ihre Treue. Zehnder ist an der Börse kotiert.

Zum Geschäftsgang schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung: «Nach einem guten Start ins 2020 werden die Folgen der Pandemie in Europa und Nordamerika nun deutlich spürbar.» Die Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn seinen zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich quantifizierbar. «Erfreulich ist, dass sich die Situation in China nach einem deutlichen Umsatzrückgang schrittweise wieder erholt.»