Gränichen

Unkompliziertes Urgestein tritt an: Peter Stirnemann stellt sich der Ammann-Wahl

Peter Stirnemann will Nachfolger von Gemeindeammann Rolf Arber werden.

Ueli Wild (Text und Foto)
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Peter Stirnemann (63), parteiloser Gemeinderat, ist fürs Ammannamt bereit.

Peter Stirnemann (63), parteiloser Gemeinderat, ist fürs Ammannamt bereit.

Ueli Wild

Kariertes Hemd, graublaue Strickjacke, Blue Jeans. Die «schönen Kleider» habe er halt nicht an, sagt Peter Stirnemann beim kurzfristig vereinbarten Fototermin. Aber eigentlich sei es so ja richtig. «So bin ich: unkompliziert.» Stirnemann – seit gestern ist es offiziell – will Gemeindeammann in Gränichen werden.

Seit 2012 gehört der parteilose Ur-Gränicher dem Gemeinderat an. Er betreut das breit gefächerte Ressort Bau. Seine Wahl im Oktober 2011 war für die SVP gleichbedeutend mit dem Verlust ihres zweiten Gemeinderatssitzes. Ihre Kandidatin verpasste das Absolute Mehr um über 200 Stimmen. Für den zurücktretenden Hans Fellmann (SVP) wählten die Gränicher Stimmberechtigten damals mit einem Glanzresultat den 62-jährigen Rolf Arber – auch er ein Parteiloser wie Stirnemann – zum Ammann.

Im Herbst tritt Arber aus Altersgründen nicht mehr zu Wiederwahl an – die Chance für Peter Stirnemann, in seine Fussstapfen zu treten. Im Gemeinderat, lässt er durchblicken, sei man sich einig gewesen, dass es gut wäre, wenn einer der Bisherigen Ammann würde. Ebenfalls wieder antreten wollen bei den Gemeinderatswahlen die beiden Freisinnigen Hanspeter Lüem (seit 2006) und Peter Hofmann (seit 2012), wobei Lüem laut einer Mitteilung der Gemeinde wieder als Vizeammann kandidiert. SVP-Gemeinderat Ruedi Gautschi dagegen, im Amt seit 2010, hat per Ende Amtsperiode seinen Rücktritt erklärt.

Wie Rolf Arber hat Peter Stirnemann statt einer Partei eine Interessengemeinschaft (IG) im Rücken. Deren Spektrum umschreibt der Ammannkandidat mit «querbeet». Zum Teil sind bei der IG Leute dabei, die auch Mitglied einer Partei sind. Dass er fürs Ammannamt kandidiere, sagt Stirnemann, sei aber «ein freier Entschluss von meiner Seite» gewesen. Die Parallelen zu Rolf Arber sind augenfällig: Stirnemann ist in Gränichen verwurzelt, er ist Ortsbürger und Mitglied mehrerer Vereine. Bis 2016 war er Präsident beim Racing Club Gränichen mit seinen über 200 Mitgliedern. Natürlich, sagt Stirnemann, dessen Vater in Gränichen Briefträger war, gebe es auch viele Neuzuzüger. «Aber zumindest die alteingesessenen Gränicher kennen mich.»

Stirnemann hat Respekt vor dem Ammannamt: In einer grossen Gemeinde wie Gränichen sei die Belastung immens. Rolf Arber habe praktisch ein Vollamt ausgeübt. Er selber reduzierte, als er Gemeinderat wurde, das Pensum im Beruf auf 80 Prozent. Stirnemann arbeitet als Sachspezialist Kommunikation beim Generalsekretariat des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Allerdings, wie er verrät, nur noch bis Ende Monat. Er lässt sich vorzeitig pensionieren – anderthalb Jahre vor Erreichen des Pensionsalters. An Kapazität fürs Ammannamt sollte es ihm nicht fehlen.

Konkurrenz ist bisher keine in Sicht: Hauptziel der SVP ist es, den Sitz von Ruedi Gautschi wieder zu besetzen. Zwei Kandidaturen stehen zur Diskussion. Die Generalversammlung, sagt Präsident Hans-Peter Steuri, werde sich für die eine oder andere zu entscheiden haben. Dass man mit einem Zweierticket antreten werde, sei auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Einen Anspruch aufs Ammannamt erhebe die SVP derzeit aber nicht. Auch, weil man ja nicht einen Bisherigen ins Rennen schicken könnte.

Die Gränicher SP hat bereits ihren Präsidenten André Muhmenthaler, den langjährigen Präsidenten der Finanzkommission, als Gemeinderatskandidat nominiert. Vom Ammannamt ist in der SP-Medienmitteilung nicht die Rede.