Aarau

Wiedergeburt des PRA eingeleitet, «aarau regio» kann gegründet werden

Die Gemeindeammänner von 18 Gemeinden haben die Satzungen von «aarau regio» verabschiedet. Gestartet wird nach den Gemeindeversammlungen im Sommer nächsten Jahres.

Hubert Keller
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Der Planungsverband der Region Aarau will ab 2017 ein Standortförderungsprojekt umsetzen.

Der Planungsverband der Region Aarau will ab 2017 ein Standortförderungsprojekt umsetzen.

Ueli Wild

Es fehlen zwar noch die Beschlüsse der Einwohnerräte und Gemeindeversammlungen, doch an der Delegiertenversammlung des Planungsverbandes Region Aarau (PRA) bestand kein Zweifel, dass der Reorganisation des Verbands nichts mehr im Wege steht. Die Gemeindevertreter genehmigten die neuen Satzungen einstimmig. Das heisst: Die 18 PRA-Gemeinden werden künftig als «aarau regio» auftreten mit ähnlichen Strukturen, wie man sie in anderen Regionen bereits kennt, sei es Aargau Süd, Lenzburg-Seetal oder Baden und Brugg.

Damit besteht die Chance, dass auch der Planungsverband der Region Aarau zu einem eigentlichen Entwicklungsträger wird. Der vor 60 Jahren gegründete Planungsverband hatte sich vornehmlich mit raumplanerischen Aufgaben zu befassen. Im Verlauf der Jahre sind mehr und mehr neue Aufgaben hinzugekommen wie Standort- und Wirtschaftsförderung oder die Planung der Pflegebetten.

Eine wesentliche Neuerung besteht darin, dass anstelle des heutigen siebenköpfigen Vorstands ein grosser Vorstand eingesetzt wird, in dem alle Gemeinden durch die Gemeindeammänner und Gemeindepräsidien vertreten sind.

Die letzte PRA-Sitzung

«Das ist ein gutes Zeichen», sagte Verbands- und Stadtpräsidentin Jolanda Urech mit sichtlicher Genugtuung, als die neuen Satzungen einstimmig beschlossen waren. «Wenn nun auch noch alle Gemeindeversammlungen und Einwohnerräte zustimmen, war dies die letzte PRA-Abgeordnetenversammlung.» Nach den Sommerferien 2016 soll «aarau regio» seine Arbeit aufnehmen.

Der neue Vorstand von «aarau regio« wird dann über eine Vorlage entscheiden können, die sich mit der Standortförderung befasst. Im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) stellen Bund und Kanton von 2016 bis 2019 Gelder für spezielle Projekte zur Verfügung. Davon will auch der PRA profitieren, zumal auch der Kanton es gemäss Vorstand begrüssen würde, wenn in der Region Aarau eine regionale Anlaufstelle für das Standortmarketing geschaffen werden könnte. Der Leiter der Wirtschaftsfachstelle der Stadt Aarau, Andreas Burri, hat ein Konzept erarbeitet, mit dem die Gelder für eine Projektstudie ab 2016 beantragt worden sind. Der PRA müsste lediglich einen Drittel der Kosten, nämlich 20 000 Franken, übernehmen.

Um dem künftigen Vorstand keine Entscheide vorwegzunehmen, geht es gemäss Burri bei dieser Projektstudie vor allem darum, Lösungsmodelle und Organisationsformen sowie deren Nutzen für die Region aufzuzeigen. Gestützt darauf kann dann der Vorstand von «aarau regio» entscheiden, ob und wie er eine solche Standortförderung einführen will.

Im vergangenen Jahr kam eine durch das Fachbüro Planar erstellte Analyse zum Schluss, dass eine regionale Energieplanung nicht vordringlich ist. Vielmehr sollen die Gemeinden bei der Umsetzung ihrer Energieplanungen durch den Planungsverband unterstützt werden. Wie Jolanda Urech ausführte, wird der PRA eine Anlaufstelle für die Regionsgemeinden einrichten. Es soll eine Plattform eingerichtet werden, die den Informationsaustausch ermöglicht. Der mit dem Budget von der Abgeordnetenversammlung bewilligte Kredit von 10 000 Franken steht für externe Begleitung, die Organisation und bei Bedarf für den Beizug von Fachreferenten zur Verfügung.