Wynental
88 Prozent Zustimmung: Menziken und Burg mit der einmütigsten Aargauer Gemeindefusion seit Menschengedenken

Schon an der Gmeind und jetzt an der Urne zeigten sich die Stimmberechtigten der beiden Dörfer sehr fusionswillig.

Nadja Rohner
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So einig wie hier im Februar an der Gmeind in Burg waren sich die Stimmberechtigten nun auch an der Urne.

So einig wie hier im Februar an der Gmeind in Burg waren sich die Stimmberechtigten nun auch an der Urne.

Pascal Bruhin (pbr)

Selten verlief eine Fusion im Aargau derart einmütig. Bereits an der Gemeindeversammlung war das Resultat deutlich, beide Dörfer sagten Ja. An der Urne segneten nun die Stimmberechtigten sowohl in Menziken als auch in Burg die Fusion per 1.1.23 ab.

In Menziken sagten 849 Stimmberechtigte Ja und 241 Nein. Das ergibt einen Ja-Stimmenanteil von fast 78 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 32,5 Prozent, was für eine Entscheidung dieser Tragweite erstaunlich wenig ist. Menziken hat 3363 Stimmberechtigte.

In Burg betrug die Stimmbeteiligung immerhin 43 Prozent. 214 Burgerinnen und Burger stimmten einer Fusion zu, 28 waren dagegen. Das macht einen Ja-Stimmenanteil von über 88 Prozent.

Alles zur Fusion lesen Sie hier im Doppelinterview vom Januar mit den Gemeindeammännern.

Die Adressen bleiben gleich

Die neue Gemeinde besteht formell ab 1.1.2023. Sie wird Menziken heissen. Das bisherige Wappen der Gemeinde Menziken wird übernommen, die Burger können ihres als Ortswappen behalten. Die Adressen (Orts-, Strassennamen und -nummern) bleiben gleich. Sitz des Gemeinderats und der Standort der Verwaltung wird Menziken sein. Die Kinder aus Burg gehen in den Kindergarten oder die Primarschule in Burg, die Kinder aus Menziken in Menziken. Die Ortsbürgergemeinden werden zusammengeschlossen.

Der Gemeinderat wird für den Rest der Amtsperiode vorübergehend sieben statt fünf Mitglieder umfassen. Die fünf Menziker bleiben, Burg wird eine Ergänzungswahl durchführen. Ammann ist nach wie vor Menzikens Erich Bruderer. Dieser zeigte sich am Sonntag zwar nicht überrascht angesichts des Ja, aber doch erstaunt über die Deutlichkeit. «Im Vorfeld war absolut nichts zu hören – keine Leserbriefe, keine Stammtischgespräche, weder für noch gegen eine Fusion.»

«Wir sind froh, dass das Abstimmungsresultat so eindeutig ist», sagt der Burger Ammann Marcel Schuller. «Ich möchte allen Personen danken, die zusammen mit dem Geneinderat den Weg gegangen sind und in den diversen Arbeitsgruppen geholfen haben, die Grundlagen für diese Abstimmung zu schaffen. Wir sind überzeugt, dass diese Fusion für Menziken und Burg viele Chancen und Vorteile bringt.»

Nun gehen die Fusionsvorbereitungen weiter. Die Personalplanung muss gemacht werden, die Reglemente (mittelfristig) vereinheitlicht. Burg und Menziken sind zwar in den selben Verbänden, müssen da aber konsolidiert werden.

Eine grosse Fusionsfeier gibt es am Sonntag übrigens nicht. «Ich werde sicher privat einen Apéro nehmen, aber gemeinsam mit Burg ist nichts geplant», so Bruderer.

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