Aarau

Zu wenig romantisch? Zivilstandsamt Aarau kann mit Lenzburg nicht mithalten

Wird in der Kantonshauptstadt in der Bank geheiratet? So macht es den Anschein, seit das regionale Zivilstandsamt aus dem Rathaus weg und in ein gewöhnliches Gebäude am Schlossplatz ziehen musste.

Sabine Kuster
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Aaraus Zivilstandsamt kann mit Lenzburg nicht mithalten.
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Aussen gewöhnlich, innen okay.
Zimmer mit Charme: Das Rixheimerzimmer im Lenzburger Rathaus.
Heimeliges Trauungslokal: Das Stadtammanzimmer im Lenzburger Rathaus.

Aaraus Zivilstandsamt kann mit Lenzburg nicht mithalten.

Aargauer Zeitung

Kein Wunder, dass im Regionalen Zivilstandsamt Lenzburg die meisten Ehen im Kanton geschlossen werden. Denn als Traulokale zur Verfügung stehen dort ausnahmslos noble Räume: Nicht nur auf den Schlössern Hallwyl, Lenzburg und Wildegg kann man sich trauen lassen, auch im Lenzburger Rathaus selbst stehen drei fürstlich eingerichtete Räume zur Verfügung. 351 Trauungen waren es im Jahr 2012.

Damit lässt Lenzburg sogar die Kantonshauptstadt hinter sich. In Aarau waren es 324 Trauungen, im letzten Jahr 300. Dies, obwohl auch hier mit dem Schloss Liebegg und den Museen in Buchs und Suhr drei spezielle Örtlichkeiten angeboten werden. Doch in Aarau selbst steht nur der Raum im Zivilstandsamt an der Ecke Schlossplatz/Laurenzenvorstadt zur Verfügung – im nüchternen Gebäude über einer Bank. Hier sagten 2013 mit 262 Trauungen die meisten Brautpaare Ja. Die anderen Räume kosten 200 Franken mehr.

Vor dem Rathaus wärs schöner

Das Zivilstandsamt musste im Jahr 2000 aus dem Rathaus ausziehen, als dort der Platz knapp wurde. Das bedauern Heiratswillige in Aarau: Ab und zu würde geäussert, dass sich eine Hochzeitsgesellschaft zum Apéro nach der Trauung lieber auf der Rathausgasse treffen würde, sagt Vize-Stadtschreiber Stefan Berner.

Seit sich das Schlössli in Aarau im Umbau befindet, kann man sich dort nicht mehr in gediegener Kulisse vermälen und danach im Pärkli treffen.

Noch keine Alternative gefunden

Gibt es in Aarau denn keine Alternativen? «Wir schauen uns immer wieder um und haben schon viele Lokale in Erwägung gezogen», sagt Vera Ries, stellvertretende Leiterin des Regionalen Zivilstandsamt. Aber bisher habe keines den Anforderungen an Miete oder Einrichtung genügt. Zudem müsse erlaubt sein, dass die Hochzeitsgäste draussen Reis oder ähnliches auf den Boden streuen. Ries findet: «Es wollen nicht alle eine antike Umgebung, und das was zählt ist doch eine gute Trauung.»